Peugeot Forum Hero

PEUGEOTBOARD.DE

DAS ULTIMATIVE PEUGEOT FORUM ARCHIV

Peugeot RCZ Forum Motor Ruckeln Klopfen Fehler "Motor Instandsetzen"

agri04 26.06.2014, 08:45
Festgestelltes Problem: 1.Ablagerungen vor Brennraum/ Ansaugtrakt. Aber nur Vermutung.
2. Alle 4 Zündkerzen gewechselt aufgrund zu hoher Hitze im Brennraum 1 Kerze gebrochen. (Folgeschaden der Ablagerungen)
Eigentlicher Grund der Werkstatt für Ablagerungen: keine Ahnung.
Da Die Kerzen und die Wäsche nicht abgedeckt sind von der Garantie muss ich Diagnose und Kerzenwechsel selber Zahlen um den Wagen überhaupt mitzunehmen. Kostenpunkt 133€. Wäsche:900€...
breisgau-rcz 26.06.2014, 08:58
Hallo,

der Grund der Ablagerungen wurde nun schon mehrfach genannt - das ist leider eine mögliche Begleiterscheinung dieser Motorentechnologie und kein Problem, das von Peugeot verursacht wird. Schau mal wirklich im Netz nach, da werden z.B. auch die hochpreisigen Fahrmaschinen von Audi nicht davon verschont. Ich hatte meinen THP 200 3 Jahre und 100.000 km - keinerlei Probleme.
odu 28.06.2014, 09:53
hallo agrie04 Vielleicht sollte man da an die vermeintlich günstigste Lösung denken.Also wenn die Werkstattprofis blose Vermutungen anstellen,vermute ich jetzt auch mal.Überprüfung :Kraftstoffpumpe,bzw.Kraftstoffdruckregeler und Kraftstoffilter
SunDown 29.06.2014, 08:16
Mein Beileid, da bist du in eine verdammt unschöne Situation geraten. Wenn du kannst, solltest du noch die Antwort von Peugeot Deutschland abwarten. Die Aussagen der Werkstatt klingen für mich fragwürdig. Zum Entfernen der Verkokungen wird meines Wissens nach ein spezielles Reinigungsmittel im laufenden Betrieb an einer bestimmten Stelle in die Ansaugstrecke gesprüht. Das man dazu den Motor ausbauen müsste oder sollte ergibt keinen Sinn. Ich würde an deiner Stelle eine zweite Meinung von einer anderen Peugeot-Werkstatt einholen.

Technischer Hintergrund zu dem Thema:
Beim Benzin-Direkteinspritzer wird das Benzin über Injektoren direkt in den Brennraum eingespritzt. Über die Einlassventile kommt theoretisch nur die zur Verbrennung nötige Luft in den Brennraum. Praktisch handelt es sich aber leider nicht nur um Luft und genau das ist das Problem. Einerseits entstehen beim Betrieb des Motors sog. Blowby-Gase, die über die Kurbelgehäuseentlüftung abgeleitet werden müssen. Problem: Das ist eine recht giftige Mischung, unter anderem mit Öldämpfen. Der Gesetzgeber erlaubt nicht, dass diese Gase in die Umwelt gepustet werden. Sie werden deshalb der Ansaugluft zugeführt und sollen im Brennraum mitverbrannt werden. Die zweite Komponente für die Verkokungen kommt vom Trend zum Spritsparen: Im Teillastbereich leitet der Motor eine gewisse Menge der Abgase in die Ansaugluft (Abgasrückführung), um letzlich ein sehr mageres Gemisch zu erreichen. Die Ansaugluft enthalt also Öldämpfe aus den Blowby-Gasen und Rußpartikel aus den Abgasen. Beides setzt sich auf den und um die Einlassventile ab und bildet eine zähe Masse, die ab einer gewissen Menge den Motorbetrieb stört. Die Hersteller wissen das schon lange und investieren einen erheblichen konstruktiven Aufwand in die Form und die Werkstoffe für die Ventile und in Ölabscheider, die möglichst viel Öl aus den Blowby-Gasen entfernen sollen, bevor sie der Einlassluft zugeführt werden. Meine Schilderung war natürlich auch vereinfacht – die spezifischen chemischen Reaktionen bei der Bildung der Verkokungen fallen in der Praxis nicht bei jedem Auto mit jedem Fahrprofil in jeder Umgebung mit jedem Kraftstoff und jedem Öl gleich aus. Daher gibt es immer wieder Fälle, wo das Problem trotz aller Gegenmaßnahmen auftritt.

Komplett verhindern lässt sich der Aufbau der Verkokungen beim Direkteinspritzer aktuell nicht. Die beste Lösung dürfte ein Motor sein, der in einigen Betriebszuständen auf die klassische Saugrohreinspritzung umstellen kann, womit dann wie früher Benzin über die Rückseite der Einlassventile geleitet wird und den Aufbau starker Verkokungen verhindert (daran arbeitet VAG wohl gerade). Aber zurück zu unseren heutigen THPs: Das beste was man machen kann ist regelmäßig für ein paar Minuten auf die Autobahn zu fahren. In einem VAG-Patent von 2006 (EP1379760) sind viele der Zusammenhänge geschildert und die Entwickler konnten bei ihren Tests herausfinden, dass die Verkokungen sehr empfindlich gegenüber hohen Temperaturen der Einlassluft sind. Durch einen Betrieb nahe Volllast bei über 3000U/Min. für 20Min. konnten selbst starke Verkokungen im Test weitgehend abgebaut werden. Das Dokument empfiehlt explizit regelmäßige Autobahnfahrten und empfiehlt sogar den Motor als Teil der regelmäßigen Wartung in der Werkstatt ordentlich zu belasten.

Kann man die Bildung von einer kritischen Menge an Verkokungen damit 100%ig verhindern? Wahrscheinlich nicht, aber es ist das beste was man als Fahrer machen kann in dieser Sache. Seid aber vorsichtig beim Heizen: Der Turbolader leidet durch dauerhafte Vollast (hohen Abgastemperaturen, hohe Drehzahl der Laderwelle). Also besser mal 5-10 Minuten lang Vollgasschübe bis kurz vor den Drehzahlbegrenzer fahren und nicht versuchen den Motor eine halbe Stunde lang im roten Bereich zu halten (Autsch).
agri04 29.06.2014, 11:04
Hallo und vielen Dank für die Antworten!!
Habe das Problem nun soweit verstanden.
Das mit der Reinigung beim laufendem Motor habe ich auch schon gesehen. Werde aber noch eine andere Werkstatt drüber schauen lassen. In den nächsten Tagen soll einer von PUG Deutschland kommen und sich die Sache genau anschauen und wegen Kulanz ermitteln. Hoffe das es natürlich alles Positiv verläuft. Habe aber ein paar weitere Fragen: Der Kettenspanner wurde vor 3 tkm gewechselt und der Ventildeckel schwitz sehr stark. Des weiteten hat er kurz vorm liegen bleiben 0,7 l öl geschluckt. Kann man die davor entstandenen unregelmäßigen Steuerzeiten und die Undichtigkeiten als weiteten Auslöser des Problems in Betracht ziehen?
Könnte der Motor nun jetzt schon etwas abbekommen haben? Die Werkstatt hat ja noch über maximum öl gefüllt und ist auf die Autobahn um zu testen. (Ich weiss etwas penibel die Frage)
Letzte Frage: letztes Jahr zu Weihnachten wurde der Wagen bei einem Peugeot-Händler als Gebrauchtwagen gekauft. Der Besitzer hat sich aber in der Zwischenzeit geändert. Besteht noch die gesetzliche Gewährleistung von 12 Monaten als Händler?
Vielen Dank für die Antworten!
Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 



Name:	ImageUploadedByTapatalk1404036202.205598.jpg 

Hits:	37 

Größe:	41,0 KB 

ID:	18673Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 



Name:	ImageUploadedByTapatalk1404036263.798116.jpg 

Hits:	34 

Größe:	14,0 KB 

ID:	18674