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Peugeot 106 Forum Schlechte Lackierung?

AngelEyes 13.10.2010, 15:37
Hallo,

mal wieder habe ich ein Problem mit meinem kleinen, jedoch könnte es diesmal teuer werden...

Zur Vorgeschichte: Als ich meinen Peugeot 106 im April 2006 von einer Verwandten gekauft hatte, hatte er rings herum recht tiefe Kratzer. Ich habe dementsprechend Nachlass im Kaufpreis bekommen und habe das Auto im Dezember bei einem Karosserie Betrieb im Ort neu lackieren lassen. Dazu sei noch gesagt: die Person welche die Arbeiten ausgeführt hat, hatte damals auch gerade erst seine Ausbildung als Lackierer abgeschlossen.

Für die Arbeiten habe ich damals knapp 1.700 Eur bezahlt (fast Komplettlackierung). Ebenfalls habe ich die Anschlagleisten an der Tür cleanen lassen.

September 2009 habe ich dann an der Autotüre gesehen das sich Farbe von der Kante her (knapp unter dem Türgriff) wie eine Haut abziehen lässt. Daraufhin bin ich zur Werkstatt gefahren und habe ihn drauf angesprochen ob da vielleicht beim lackieren was schief gelaufen sein kann. Er meinte dann nur das alles passen würde und ich vielleicht mit der Tür paar mal irgendwo angeschlagen wäre und jetzt der Rost drunter sitzt. Ich habe das ganze geprüft und festgestellt, das beim 106 grundsätzlich die "Türklinke" an Gegenstände anschlägt weil die weiter als der Rest der Tür raussteht.

Hin oder her, ich habe mich dann auf eine Lackierung eingelassen und dafür noch mal knapp 300 Euro hingelegt weil sich der Lack angeblich so weit abziehen ließ, das die komplette Tür lackiert werden musste.

Gestern stiefel ich um mein Auto und dachte mich boxt der Marder: auf der Oberseite meiner Kofferraumklappe (die damals wegen eines Kratzer auch lackiert wurde), bricht die Farbe schicht für Schicht von der Grundierung (ob das weiße nun die grundierung ist weis ich nicht, ich nenne es einfach mal so) ab.

http://www.abload.de/img/lacko6v1.jpg

Nun glaube ich ehrlich gesagt dran das doch beim lackieren geschlampt wurde. An dieser Stelle am Dach kommt defintiv kein Gegenstad hin der Schaden am Lack macht und falls doch, dann würde es Kratzer geben und der Lack doch nicht so absplittern?

Meine Fragen wäre jetzt:

1. Kennt sich jemand mit Lackierung aus und kann mir anhand des Bildes sagen ob dort schlecht gearbeitet wurde?

2. Ich habe im Netz gelesen das es auf eine Lackierung nur 2 Jahre Garantie gibt, wie schaut es aus wenn aber generell Fehler beim Arbeiten passiert sind?

3. Ich werde auf jeden Fall mit der Werkstatt noch mal reden, gehe aber davon aus das er wieder alles abstreitet. Was würde dann auf mich zukommen? Das es die Möglichkeit des Schlichtens gäbe habe ich letztens im ADAC Heft gelesen, sofern der Betrieb in der KFZ-Innung ist. Was ist wenn nicht? Gutachten wäre je vermutlich recht teuer aber dann die einzige Chance, oder? Besteht da überhaupt noch eine Chance nach den knapp 5 Jahren?

4. Kann man davon ausgehen das der Lack dann überall Probleme hat wenn schon welche bei Tür und Kofferraumklappe auftreten? Es wurde ja wie gesagt alles lackiert (hab auch noch paar alte Bilderchen wo der kleine seine Kratzer noch hat).

Ich hab ehrlich gesagt keine Lust mein Auto jetzt Häppchenweise immer ausbessern zu lassen wenn sowas kommt -.-

MfG
DeadEye 13.10.2010, 16:48
Hi

Da du schon vermutest, dass schlecht gearbeitet wurde, würde ich die raten die Schiedsstelle der KFZ Innung mal zu kontaktieren - die helfen einem kompetent und kostenlos weiter.

So aus der Ferne lässt sich das vom "laie" immer schlecht beurteilen, aber für mich sieht das so aus, als ob da nicht richtig gereinigt wurde...

MFG
Kaveo 14.10.2010, 08:48
Denke auch, dass da geschlampt wurde.

Allein schon die Aussage des Lackierers, dass da Rost drunter sein könnte.
Da hat er wohl zum ersten Mal eine verzinkte Karosse gesehen.
Unbekannt 14.10.2010, 11:40
Also ich weiß nicht, sieht eher so aus, als wär Latex-Farbe drauf gemacht worden :hammer:

Nein ok, sorry....also ich persönlich habe keine Ahnung von Lack, hab aber Lack von meiner alten Gurke damals (nach dem Autowaschen) auch ein wenig kapputt gemacht, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ein Autolack wie eine Haut sich abziehen lassen könne. Meiner ging der Lack so gesplittert ab, wie als wenn man den Putz von 'ner Wand oder Decke abspachtelt...

Vielleicht ist es ja ein Speziallack (ob gut oder schlecht sei mal dahingestellt). Was ich aber nicht ganz versteht ist, warum du einem "noob" dein Auto in die Hand gibst. Damit möchte ich nicht über den Lackierer herziehen, sondern einfach auf die Tatsache hindeuten, dass du (laut deiner Aussage) dein Wagen in die Hände einer Person gegeben hattest, die gerade frisch die Ausbildung absolviert hatte und DANN wunderst du dich noch, dass dein Lack flöten geht? Nun ja, verschüttetes Wasser ist nicht wieder einzufangen.

Nun, nach 5 Jahren noch irgendwelche Ansprüche durch zusetzen, ist schon schwer, aber probieren kannst du es ja und wenn du wirklich beweisen kannst (was noch schwerer sein wird), dass beim Lackieren gefuscht wurde, dann könntest du wahrscheinlich doch was erreichen (dann mit druck vom Anwalt).

gruß
AngelEyes 14.10.2010, 15:22
Was ich aber nicht ganz versteht ist, warum du einem "noob" dein Auto in die Hand gibst. Damit möchte ich nicht über den Lackierer herziehen, sondern einfach auf die Tatsache hindeuten, dass du (laut deiner Aussage) dein Wagen in die Hände einer Person gegeben hattest, die gerade frisch die Ausbildung absolviert hatte und DANN wunderst du dich noch, dass dein Lack flöten geht? Nun ja, verschüttetes Wasser ist nicht wieder einzufangen.
Ganz einfach: ich habe zu diesem Zeitpunkt gerade selber meine Ausbildung gemacht und später einige Zeit gebraucht um Arbeit zu finden weil die meisten Leute der Meinung waren das ich noch zu wenig Erfahrung habe. Soll also heisen: wie soll er jemals seine Erfahrungen machen können wenn keiner sein Auto bei ihm lackieren lässt nur weil er eben gerade seine Ausbildung fertig hat? (zumal ich mal davon ausgehe das er weis wie er zu lackieren hat wenn er die Prüfung bestanden hat und ich ja auch nicht möchte, das Leute über MICH so denken würden)

Und das mal ein Fehler passiert ist halt möglich, was mich aber anstinkt ist das dieser dann nicht eingestanden und kostenlos nachgebessert, sondern alles abgestritten wird.
AngelEyes 15.10.2010, 16:07
Sooo... ich hab jetzt sowohl von einer anderen Lackiererei als auch von meiner Werkstatt eine Äußerung erhalten.


Die Lackiererei sagt das hier vermutlich der alte Lack nicht richtig abgeschliffen wurde und der neue somit nicht korrekt halten kann. Rost wird nicht vermutet weil keiner zu sehen ist, ein Kratzer oder das ich irgenwo hängen geblieben bin wäre auch unwarscheinlich da man sonst Schleifspuren sehen müsste.


Meine Werkstatt behaupte,t das etwas auf die Stelle gefallen sein könnte oder das es ein Kratzer ist der ausplatz und z.B. durch die Waschanlage vergrößert wurden wäre. Neu lackieren würde um die 200 Euro kosten.


Habe beide Gespräche zur Sicherheit mal mit dem Handy aufgenommen, die Frage ist aber trotzdem: was mache ich jetzt?
Unbekannt 15.10.2010, 20:48
AngelEyes schrieb:
Ganz einfach: ich habe zu diesem Zeitpunkt gerade selber meine Ausbildung gemacht und später einige Zeit gebraucht um Arbeit zu finden weil die meisten Leute der Meinung waren das ich noch zu wenig Erfahrung habe. Soll also heisen: wie soll er jemals seine Erfahrungen machen können wenn keiner sein Auto bei ihm lackieren lässt nur weil er eben gerade seine Ausbildung fertig hat?
Wenn jemand das 1x1 gelernt hat, wird bestimmt nicht Satz des Pythagoras können! Du hast natürlich vollkommen Recht, dass jeder die Erfahrungen auf eine Art erlangen MUSS, aber ich glaube, es wäre doch besser - wenn man zu beginn mit kleinen Dingen anfängt. Wenn ICH eine Ausbildung zum Lackierer gemacht hätte, würde ich Stück für Stück mich ranarbeiten, d.h. erstmal kleine Kratzschäden und Beulen usw. am Auto beheben, schließlich lernt man so alle möglichen Lacke, Gegebenheiten usw. kennen die man während der Ausbildung vielleicht nicht kennengelernt hat! Nach und nach sich dann immer weiter vorran arbeiten, hier 'ne Tür, da ein Spoiler usw. und irgendwann das ganze Auto.

Wenn du aber es so oder nicht so tragisch siehst, warum hast du überhaupt erwähnt, dass es ein fertiger Azubi gemacht hat? Was wolltest du mit dieser Info denn sagen?


Nun zu einem anderen Thema: Aufzeichnen von Gesprächen.
Guck einfach mal unter §201 StGB Abs. 1
dann weißt du mehr zum Thema.

gruß
Unbekannt 16.10.2010, 10:04
Leider ist aus einem Foto, auch wenn das Schadensbild des Lackes sehr gut erkennbar ist, die Ursache nicht treffend zu bestimmen.

Auf jedenfall kann ich sagen: Dass hier Rost im Spiel sein soll, ist das saudümmste Geschwätz, das ein ausgebildeter Lackierer von sich geben kann. Eine verzinkte Karosserie kann zwar auch an Stellen rosten, an denen kein Lackschaden vorhanden ist, aber in Deinem Fall ist das zu 100 % auszuschließen.

Jetzt wäre für mich interessant zu wissen, ob sich lediglich Basislack und Klarlack lösen oder auch die Grundierung.

Löst sich die Grundierung, wurde entweder nicht richtig angeschliffen oder unmittelbar vor dem Lackieren nur schlampig oder gar nicht entfettet. Sämtliche zu lackierende Teile müssen dort, wo sie nicht gespachtelt sind, bis in die kleinsten Ecken mit dem Stahlpad nass geschliffen werden. Das ist zeitaufwändig und langweilig. Und weil jeder Lackierer diese Arbeit so liebt, löst sich bei Reparaturlacken häufig um die Türschlösser herum, entlang von Zierleisten und um die Front- und Heckscheiben herum der Lack nach ein, zwei Jahren. Deshalb bleibt bei meinen Fahrzeugen, muß ein Unfallschaden gerichtet werden, vor dem Lackieren nicht ein Teil, auch nicht der kleinste Clip, an der Karosserie, das sich entfernen läßt.

Wird dagegen nicht richtig entfettet, hebt sich der Lack "irgendwo", das geschieht vorzugsweise zuerst an Kanten oder neben Zierleisten, aber auch mitten auf vollkommen ebenen Flächen wie z.B. mitten auf dem Dach, der Motorhaube usw. kann es vorkommen. Mercedes hatte vor Jahren an der S-Klasse solch ein Problem mit der Motorhaube. Ursache: ein Lackierer hatte Schweißhände. Man kam nur durch Zufall auf die Ursache, warum sich bei Neuwagen, die zur Nacharbeit nochmals in die Lackiererei mußten, hinterher (nach Monaten) immer an zwei Stellen der Lack löste.

Nach dem Schleifen und vor dem Abkleben, also als vorletzter Arbeitsgang vor dem Lackieren, müssen die zu lackierenden Flächen gründlich von Schleifstaub und -schlamm gereinigt und ggf. bis in die Ritzen hinein (Übergänge zu Zierleisten usw.) mit Druckluft ausgetrocknet werden. Anschließend müssen sie großzügig mit Silikonentferner entfettet werden. Hierbei wird nach meiner Erfahrung oft unzulänglich gearbeitet: Ein Lappen für das ganze Auto, Ritzen, Innenkanten werden nicht tief und gründlich genug ausgewischt usw.
Erst nach dem Einsatz von Silikonentferner sollten die zu lackierenden Flächen abgeklebt werden. Leider habe ich in Lackierereien schon oft gesehen, das zuerst abgeklebt und dann erst entfettet wurde.

Eine andere Ursache könnte ich mir noch vorstellen: Der Lack ist überbrannt. Handelt es sich um einen Kunstharzlack oder wasserbasierenden Acryllack kann es absolut sein, dass durch zu hohe Temperatur in der Trockenkammer und zu langer Verweildauer darin der Lack spröde wurde.

Nächste Ursache, gerade wieder bei neueren Acryllacken, wie sie seit ca. 5 - 6 Jahren auf dem Vormarsch sind: Der Lack wurde nicht lange genug "gekühlt" getrocknet, so dass er nie aushärtete und leichte mechanische Beschädigungen, die sonst nur einen leichten (auspolierbaren) Kratzer zeigen würden, den Lack durchschneiden, so dass er blättert. Zum besseren Verständnis: die erste Generation der Acryllacke mußte heiß getrocknet werden, während die zweite Generation nur langsam trocknet, so dass dieser Lacktyp bei zu viel Temperatur, so seltsam das klingt, zu weich bleibt.

Eine weitere Ursache, falls es sich um Kunstharzlack handelt, der nicht absplittert sondern sich abziehen läßt: Beim Anmischen des Lackes wurde der Härter nicht richtig "eingestellt". Es macht einen Unterschied bei der Dosierung des Härters, ob ein Lack bei Raumluft oder in der sog. Einbrennkammer trocknen soll. Zwei Extreme: Entweder der Lack blättert, oder er läßt sich wie Folie abziehen.

Noch eine Ursache gefällig? Am Montag Grundierungen spritzen und am Mitwoch Basislack und am Freitag den Klarlack. Nach der Grundierung sollte der restliche Lackauftrag nach spätestens drei Stunden erfolgen, da sonst die Grundierung bereits zu stark abgelüftet ist und keine absolute Verbindung mehr mit den nachfolgenden Lackschichten eingeht.


Und nu? Die schönste Lackkundestunde nützt nix, wenn Du gegen die Werkstatt nur zwei Jahre lang Garantieansprüche hast. Hast Du das Glück, dass diese Werkstatt "draußen in der Wallachei" ist, wo jeder jeden kennt und der Ruf eines Unternehmers schnell ruiniert ist, kann es Dir etwas bringen, mit dem Chef zu reden. Jedenfalls habe ich in ländlichen Gebieten die Lackierermeister mit dieser Einstellung kennen gelernt.

Gruß - Spargel
AngelEyes 24.10.2010, 08:51
[quote]
Gast schrieb:
Wenn du aber es so oder nicht so tragisch siehst, warum hast du überhaupt erwähnt, dass es ein fertiger Azubi gemacht hat? Was wolltest du mit dieser Info denn sagen?
Das, was ich oben schon geschrieben habe. Nämlich das es passiert sein KANN weil der Anwender nicht genug Ahnung davon hatte, ich aber wenn es so ist erwarte das er auch genug Arsch in der Hose hat und dazu steht und dann kostenlos nachgebessert wird.

Und im Grunde waren es auch nur Kratzer am Auto die ausgebessert werden mussten, nur waren die eben so tief (mit nem Messer gezogen) das der Lackierer meinte das dort nicht einfach via Smart Repair oder ähnlich ausgebessert werden kann. Und da eine andere Lackiererei ein ähnlich teures Angebot vorgelegt hatte, hab ich mir auch nichts weitere dabei gedacht.

Und zum Thema BGB: Ist mir schon klar, sollte das ganze aber vor eine Schiedstelle kommen, dann hört man wieder "habe ich so nicht gesagt". Und bei dem Kerl besteht da ne 85%ige Chance wie ich jetzt leider weis.



@ Spargel
Danke für die sehr ausführliche Info, wenn ich das so lese wird mir leider einiges klar. Um deine Frage noch zu beantworten: nur die Grundierung ist noch da, der Lack darüber ist weg.

Mit der Garantie ist es natürlich blöd, so bleibt mir nur die Möglichkeit das jetzt wo anders ausbessern zu lassen :-(
Filou106 26.10.2010, 14:27
Hallo!

ich hoffe ich darf mich hier kurz einmischen (will dafür nicht extra 'n tread aufmachen).
ich habe mit meinem 106er das gleiche problem, allerdings mit etwas anderem hintergrund:

ich habe ihn anfang diesen jahres vom händler gebraucht gekauft (BJ 5/01) und mir wurde gesagt, dass er einen parkrempler hatte, der aber nur den lack betraf und dass das repariert worden sei (sah aus, als ob man da nagellack drauf geschmiert hatte^^)
keine 2 monate später beim waschen fing durch den hochdruckreiniger jedoch der lack vorne rechts an der schürze an, genauso apzuplatzen wie auf den foto...
das interessante hierbei ist, dass die schürze nicht komplett nachlackiert wurde, sondern nur der 1-¤große schaden. scheint so, als dass die schürze vom werk aus lackiert ist.
als sich der lackfreie placken dann auf zwei handbreit (!!) ausgebreitet hatte, habe ich den fraß dann in eigenregie wenigstens an dieser stelle gestopp. das problem geht aber bei steinschlägen vorne weiter...
ich verstehe ja, dass der lack an einer beschädigten stelle (parkrempler) nicht mehr gut halten kann. aber es breitet sich wie eine folie, die man abziehen kann, weiter aus...
das wunderliche: es ist in keinster weise eine grunddierung oder ähnliches zu erkennen, kein an-/abschleifen, NIX! ganz glattes schwarzes plastik. aber nur an der schütze vorne. sonst nirgends. und da kann man lustiges "lackernten" betreiben -.-

ist das euch auch schon mal passiert?

lg filou