Peugeot 307 Forum
307 SW kein Faraday'scher Käfig?
Hallo,
zur Zeit gewittert es mal wieder fast jeden Tag. Da habe ich die Frage: Nachdem ein Cabriolet mit Stoff-Faltdach doch wohl kein geschlossener Faraday'scher käfig sein kann, wie sieht es da mit dem 307 SW mit seinem großen Glasdach aus? Ist man da bei Blitzschlag gefährdet? Wer kann mir dazu was sagen, oder gibt es eine Aussage von Peugeot?
Danke für eione Antwort.
stucki
Da würd ich mir nicht allzu viele Sorgen machen.
Grundsätzlich gelten Cabrios (geschlossen) auch als Sicher bei Gewitter.
Da Glas nicht so dolle leitet, würde der Blitz sich die Karosserie für den Einschlag aussuchen und auch über die Karosserie wieder verschwinden. Dann ist ein Satz neuer Reifen fällig und das war's ;-)
jedes auto das geschlossen ist und stah im dachbereich hat ist ein Faraday'scher käfig...
Sicherheit
Cabriolet
Was passiert wenn der Blitz ins Stoffdach einschlägt.
Viele Cabriofahrer bekommen angesichts zuckender Blitze ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Denn sie haben Angst, dass ihnen mit dem Stoffdach bei einem Blitzeinschlag etwas passieren könnte. Ist die Angst berechtigt?
Blitze sind eine urwüchsige Gewalt. Faszinierend und manchmal auch furchteinflössend. Aber zum Glück relativ selten, denken die meisten. Weit gefehlt! Jedes Jahr entladen sich über Deutschland rund 2,3 Millionen Blitze ? weltweit sind es stündlich fast eine Million. Die meisten werden in den Sommermonaten Juni, Juli und August gezählt.
Schwere Unwetter sind immer auch eine Gefahr für Autofahrer. Wer nicht unbedingt fahren muss, sollte möglichst auf freier Strecke anhalten und warten, bis das Schlimmste vorüber ist.
Vor Blitzeinschlag ist man im Auto grundsätzlich sicher. Statistisch betrachtet sogar sicherer als in einem Haus. Die elektrischen Ströme aus Blitzen gleiten über die Außenhaut eines Fahrzeugs in die Erde ab. Wenn es in sehr seltenen Fällen dennoch zu Bränden kommt, müssen viele ungewöhnliche Umstände zusammenkommen. Reisebusse hatten nach einem Blitzeinschlag auf einem Parkplatz Feuer gefangen.
Außerordentliches Pech hatte ein Autobesitzer, denn ein Blitz hatte einen Reifen entzündet, das Feuer griff auf den Tank über und schließlich brannte der Wagen komplett aus. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon.
Die Fahrgastzelle eines Autos bietet wie ein Faraday?scher Käfig Schutz vor der elektrischen Entladung eines Blitzes. Die Blitzenergie fließt über die Karosserie ab. Die Testperson im Inneren bleibt unversehrt. Sie ist gegen das starke elektrische Feld wirksam abgeschirmt. Im Deutschen Museum im München wird gezeigt, wie das Prinzip funktioniert und zwar bei einer Spannung von 280.000 Volt.
Ein anderer Versuch beweist, dass auch Glasscheiben einem Blitzeinschlag standhalten können.
Entwarnung also für geschlossene Autos. Doch rund 1,3 Millionen oben ohne Fahrzeuge sind in Deutschland zugelassen. Alleine letztes Jahr kamen 120.000 neue dazu. Wie sicher sind denn Cabrios bei Gewitter?
Aufschluss sollen Versuche im Labor des Instituts für Hochspannungstechnik der Technischen Universität Berlin bringen. Ein Dummy wird mit Sensoren ausgestattet, um die elektrische Feldstärke im Innenraum des Cabrios zu messen.
Die Forscher beschießen ein CLK-Cabriolet mit mehreren Dutzend künstliche Blitzstöße, deren Spannung bis zu 1,4 Millionen Volt erreicht. Möglich wird das mit Hilfe leistungsstarker Kondensatoren. Dabei ist klar, das auch hier das Verdeck geschlossen sein muss. Letztlich geht es um die Frage, ob die Textil-, Stahl- und Aluminiumkonstruktion eines modernen Cabrio-Verdecks den gleichen Schutz bietet wie ein herkömmliches Autodach.
Fazit:
Es ist genauso sicher. Deutlich ist sichtbar, dass auch bei einem Cabrio der Strom über die Räder in die Erde abfließt.
Bei Blitzeinschlägen besonders gefürchtet sind Schäden an der Elektronik. Diese Sorgen müssen sich Oben-Ohne-Fahrer in der Regel allerdings auch nicht machen. Die Bordelektronik erwies sich in den Berliner Versuchen als genauso zuverlässig abgeschirmt wie der Innenraum. Wichtig ist, dass alle Ergebnisse nicht nur für neue Cabriomodelle gelten.
Unser Rat:
Wer bei Gewitter ganz sicher gehen will, achtet darauf, dass sich möglichst keine abstehenden Metallteile den Blitzen entgegenrecken. Eine Antenne ist schnell eingeschoben oder eingefahren.
Hallo Turbolöwe,
vielen Dank für Deine ausführlichen und handfesten Ausführungen zu dem Thema. Mal abgesehen davon daß in dem Berliner Institut sicher kein großflächiges Glasdach getestet worden ist und daß in einem Stoffverdeck sicher Metallspeichen sind, beruhigen mich Deine Informationen. Nur haben viele neue Autos - und auch alte - fest montierte Kurzstabantennen, die man leider nicht so einfach "einfahren" kann. Sollte man die jedes Mal abschrauben?
Ich bin gespannt auf Deine Antwort.
stucki
Also, dass ein Auto im Gewitter sicher ist und dass die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden, sehr gering ist, ist ja hinlänglich bewiesen.
Wir sollten uns über die Antenne keine Gedanken machen. Wenn ein Blitz unser Auto trifft, ist die Elektronik wahrscheinlich sowieso komplett im A.... und dann ist es egal wo genau der Blitz das Auto getroffen hat.
Es gab mal einen Bericht, in meine vom ADAC, wobei es wohl schon reicht, wenn ein Blitz in der Nähe eines Auto einschlägt, um die Elektronik zu zerstören.
Also nur keine Panik aufkommen lassen. Es ist wahrscheinlicher einen Geisterfahrer zu treffen als einen Blitz. 8-)
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