Peugeot Forum » 306 » Peugeot 306 Forum
Neues Cabrio und schon einen Motorschaden?
Peugeot 306 Forum
Neues Cabrio und schon einen Motorschaden?
Hallo in die Runde,
nachdem ich hier längere Zeit mitgelesen und mir einige Tipps zum Kauf eines Peugeot 306 Cabrios geholt habe, möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Dieter, ich wohne in Düsseldorf und bin seit kurzem stolzer Neubesitzer eines 306er Cabrios. Nach langer Such ist es folgendes Cabrio geworden:
- Sondermodell „Roland Garros“
- Metallicgrün mit Teillederausstattung in weiß
- Baujahr 1996
- 74 KW, 101 PS
- 116000 km
- Scheckheftgepflegt (alle 2 Jahre/10000km wurde eine Inspektion bei Peugeot gemacht)
- Preis 2900€
Leider ließen sich nicht alle Wünsche berücksichtigen (vor allem nach neueren Baujahren), da der Markt selbst im Umkreis bis 200 km nicht allzu viel an gepflegten und unverbastelten Fahrzeugen hergibt.
Zwischenzeitlich habe ich einiges machen lassen, so hat Wagen ein neues Verdeck in grün und eine neue Auspuffanlage bekommen und sieht recht schick aus.
Jetzt stehe ich aber vor einem Problem, dass offensichtlich größer ist als ursprünglich erwartet. Bereits beim Kauf fiel ein Geräusch auf, das bei ca. 3800 UpM auftritt und kurz darüber auch wieder verschwindet. Es ist ein mittleres Brummen/Röhren, dass wir dem Auspuff/Katalysator zugeordnet haben, da der gesamte Strang ziemlich verrostet war. Umso enttäuschter war ich, dass das Geräusch nach dem Austausch der kompletten Auspuffanlage (vom Krümmer bis zum Endtopf) immer noch da war. Die Werkstatt hatte mir empfohlen, den Motorlauf mal bei Peugeot prüfen zu lassen, da er etwas unrund läuft und auch das Geräusch aus dem Auspuff merkwürdig wäre (er blubbert etwas), ggf. würden die Steuerzeiten nicht stimmen.
Nach der letzten strammen Autobahnfahrt am Wochenende habe ich den Wagen dann gestern nach Peugeot gebracht. Ergebnis war, dass die Steuerzeiten stimmen, der Wagen aber ziemlich viel Öl aus dem Öleinfülldeckel drückt.
Zuhause direkt nachgeschaut und festgestellt, dass sich in der Garage größere Ölflecken auf dem Boden befinden. Den Wagen habe ich seit April und bis dahin hatte ich keinen Ölverlust, das muss jetzt erst in den letzten Tagen dazugekommen sein, wogegen das Geräusch schon da ist, seit dem ich den Wagen habe (April).
Laut Peugeot hat der Motor einen Schaden, der bei Peugeot nur über einen Austauschmotor behoben werden kann – Kosten ca. 4000 €. Der Schock sitzt immer noch tief
und ich überlege nun, was die sinnvollste und preisgünstigste Lösung wäre – Austauschmotor (natürlich nicht bei Peugeot) oder Motor reparieren lassen?
Was wäre aus Eurer Sicht die sinnvollste Variante oder habt Ihr ggf. noch andere Ideen, was das Problem sein könnte.
Für den Fall, dass es tatsächlich ein Motorschaden ist - kennt jemand von Euch einen Anbieter für Austauschmotoren oder Motorinstandsetzung im Raum Düsseldorf?
Zum Geräusch im Anhang noch eine Audiodatei, die ich innen mit dem Handy aufgenommen habe. Das Brummen ist im O-Ton deutlich dunkler und kommt aus Richtung Motorraumstirnwand, unterer Bereich etwa vor der Mittelkonsole.
Besten Dank schon einmal vorab für Eure Hilfe.
ja, welchen genauen Schaden am Motor wollen denn die Herren beim Vertragshändler diagnostiziert haben?
Öl aus dem Einfülldeckel kann einfache Undichtigkeit sein, aber auch erhöhter Druck im Kurbelgehäuse, entweder durch blockierten Entlüftungsschlauch (zum Ansaugtrakt) oder durch verschlissene Dichtringe der Kolben, dann drückt der Kompressionsdruck ins Gehäuse.
Ich würde zunächt einen intakten Einfülldeckel besorgen und die Durchgängigkeit des Entlüftungsschlauches sicherstellen. Dann den Öldruck sowie die Kompressionswerte prüfen (lassen). Auch den Druck im Kurbelgehäuse kann man messen, hier habe ich aber keine Referenzwerte. Sollten sich hier keine Besonderheiten ergeben, würde ich zunächst weiter nur beobachten. Geräusche in einem engen Drehzahlbereich sind häufig nur Vibrationen, z.B. Ansaugkanäle etc. Mit geöffneter Haube sollte es sich besser lokalisieren lassen.
Der Motor XU7 / LFZ wurde auch in anderen Modellen des Konzerns verbaut (P405, C Xantia, C ZX, C Xsara). Der 1,8 l PSA-Motor ist damit wahrscheinlich der im entsprechenden Zeitraum am häufigsten verkaufte, deshalb ist die Auswahl an gebrauchten sehr gross und die Preise sind niedrig. Vor diesem Hintergrund wird eine Überholung unwirtschaftlich sein.
Ich würde mir bei den örtlichen Verwertern einen Überblick verschaffen und das beste Angebot raussuchen. Wenn Du Platz hast: Schlachtfahrzeug suchen, oft billiger als Motor alleine, und Du hast jede Menge weiterer Ersatzteile auf Halde.
Hallo wergan,
vielen Dank für Deine schnelle Reaktion. Ja, der Peugeot-Fritze kam nicht wirklich kompetent rüber und ich gehe auch ungerne zum Peugeot- bzw. Markenhändler. In diesem Fall war das aber eine reine Verzweiflungstat, weil ich auf eine schnelle Lösung gehofft hatte, da ich mit dem Wagen in 3 Wochen in Urlaub fahren wollte.
Diagnostiziert wurde da nichts genaues, laut Peugeot liegt das Problem im Motor und das Geräusch wird vermutlich von den Kolben kommen (Kolbenringe defekt). Um sicher zu sein, müsste man den Motor aber auseinanderzubauen. Allein dafür und das wieder zusammenbauen veranschlagt Peugeot 26 Std., macht gleich 3000€ - ohne ggf. erforderliche Ersatzteile. Nachdem ich die halbe Nacht damit verbracht habe Ursachen für den Ölverlust aus dem Deckel zu googeln, bin ich auch häufig auf die Ursachen defekter Deckel und Kurbelgehäuseentlüftung gestoßen. Heute bei Peugeot sagte man mir das wäre Quatsch, zwischen Kurbelgehäuseentlüftung und Ventildeckel bestehe gar keine Verbindung - merkwürdiger Verein.
Ich hatte daher auch schon nach Öldeckeln gesucht, habe aber im gesamten Internet keinen für diesen Motor gefunden – ich hatte schon befürchtet, dass das ein seltener Motor ist. Bekomme ich so was nur noch auf dem Schrottplatz? Dann wird es vermutlich schwer werden, was zu finden.
Kannst Du mir noch kurz erklären, wo ich den Schlauch für die Kurbelgehäuseentlüftung finde?
Besten Dank und viele Grüße
Meine erste Frage ziehe ich zurück. Nachdem ich mir bei Peugeot schon öfter anhören musste, dass es für dieses Modell keine Ersatzteile mehr gibt, habe ich doch noch mal nachgefragt. Und es gibt den Deckel tatsächlich noch - kann ihn morgen abholen. Manchmal kann es so einfach sein.
Hallo brammel,
bei meinem (2l/121PS)hatte ich auch letztes Jahr das Problemchen, daß es am Öleinfülldeckel raussiffte. Ein neuer O-Ring aus dem Sanitärbedarf und alles wieder gut.
Du meinst die Dichtung am Öldeckel? Das ist aber ein glücklicher Zufall, dass da eine Dichtung aus dem Baumarkt passt. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen ;-)
Da sich die Kolben im Motor auf und ab bewegen, ändert sich das Volumen nicht nur in den Brennräumen, sondern auch im Kurbelgehäuse -klar. Dadurch entstehen wechselnde Drücke und das Kurbelgehäuse muss "atmen". Wenn nun die Entlüftung behindert ist (Schlauch zw. Gehäuse und Einlasstrakt, um mitgeführe Öldämpfe im Motor mit zu verbrennen) entsteht ein Überdruck im Kurbelgehäuse, der sich einen anderen Ausweg sucht. Hier tritt oft Öl aus dem Einfülldeckel oder einer alt gewordenen Ventildeckeldichtung aus. Ich habe auch schon gesehen, dass eine stark angerostete Ölwanne dadurch undicht wurde. Wenn deine Werkstatt den Zusammenhang zwischen verlegter Entlüftung und Überdruck im Motor nicht kennt, hat sie sich endgültig disqualifiziert. Defekte Kolbenringe klingen erstens anders und sind zweitens leicht durch eine Kompressionsmessung zu diagnostizieren. Überhaupt scheint das von Dir genannte Werkstattangebot ein deutlicher Hinweis zu sein, dass sie dich dort nicht wollen.
Der XU7 / NFZ Motor ist der Brot-und-Butter Motor von PSA; den gibts an jeder Ecke!
http://suchen.mobile.de/fahrzeuge/de...er=1&fnai=prev
Hier kriegst Du einen Motor mit geringer Laufleistung für 190,- (runterhandeln nicht mitegerechnet) und den ganzen Rest geschenkt dazu... Auch Xantias mit der Motorisierung gibts billig.
Und vor allem sind die XU (7)-Motoren robuste Gesellen. Deswegen glaub ich auch nicht an die defekten Kolbenringe. Alles weitere ist ja schon beschrieben worden. Kompression würde ich erst mal messen und dann die Entlüftung prüfen.
Hallo,
so, einen ersten, etwas beruhigenden Teilerfolg gab es schon. Ich habe heute Morgen die 4 Schläuche der Kurbelgehäuse-Entlüftung abgebaut, die sahen alle sehr gut aus, fast wie neu. Da war keinerlei Schmodder drin in die gingen auch sehr leicht ab. Entweder vor kurzem erst getauscht oder gereinigt. Dann bin ich zum Peugeot gefahren und habe den neuen Deckel abgeholt – und das war´s. Ich hätte es bei der Einfachheit des Deckels und der Dicke der Dichtung ja nicht geglaubt. Beim alten Deckel ist nichts zu sehen, die Dichtung sieht aus wie neu, da muss es wohl auf den 10tel Millimeter ankommen. Der alte saß ziemlich locker und man konnte ihn nach dem Einrasten noch etwas hin und her bewegen, der neue ging saugend rein und sitzt. Werde am Montag mal die Kompression prüfen lassen und mal schauen, was das ergibt. Aber schön zu hören, dass der Motor doch robust und auch nicht selten ist. Vielen Dank für Eure Hilfe, jetzt klappt´s vielleicht doch noch mit dem Cabrio-Urlaub in den Bergen.
Jetzt werde ich mich aber noch mal auf die Suche nach diesem nervigen Resonanzdröhnen machen, nervig vor allem, weil es im fünften Gang genau bei der Geschwindigkeit von 130 km/h im auftritt, also dem Bereich, den man auf der Autobahn am meisten nutzt. Ich gehe erst mal wieder davon aus, dass es doch nicht im Motor liegt, dafür wäre das Geräusch eigentlich auch zu dumpf. Ich hatte zunächst auch irgendwelche Bleche vermutet, die Auspuffwerkstatt meinte aber alle Bleche nachgeschaut und auf Abstand gebogen zu haben. Man hatte dort den Wagen mal komplett ohne Auspuff und Krümmer laufen lassen und selbst dann ist das Dröhnen noch da – man hört´s dann natürlich nicht mehr, spürt aber die Vibrationen. Können das die Motorlager sein?
Ich glaube auch nicht an einen Motorschaden. Schon gar nicht bei scheckheftgepflegten 116000 Km. Diese Dröhngeräusche entstehen häufig durch verspanntes Einbauen einer Auspuffanlage, was ja aber durch Deinen Austausch der Anlage nicht besser geworden ist. Vor Festziehen der Verbindungen richtig aushängen lassen, ruhig kräftig dran rütteln. Genauso verhält es sich mit verspannten Motoraufhängungen, vielleicht ist mal ein Motorlager aus Gummi erneuert worden und verspannt festgezogen worden. Hier vermute ich den eigentlichen Fehler. Das dürfte durch "empirisches" Ermitteln rauszukriegen sein. Ein Peugeot-Motor ist eigentlich nicht tot zukriegen! Was auch noch möglich wäre sind Unwuchten an den Rädern oder Bremsscheiben. So etwas hatte ich mal an einem Volvo V70 bei 130 auf der Autobahn, Nur bei dieser Geschwindigkeit vibrierte die ganze Karosse. Als daraufhin die Räder alle gewuchtet wurden, waren die Vibrationen weg.
Das könnte dich auch interessieren: