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Peugeot 207 Forum 206 HDI Motor soll nur 150000km halten

4menwagen 11.04.2008, 14:54
Hallo erst mal,
laut einem Gerichtsurteil,Aussage von Peugeot, soll der Motor eines 206 HDi nur 150000km Laufleistung haben.Gericht spricht von 200000km.Was soll man als 207 HDi Fahrer davon halten?Hoffen das er länger hält,oder vorher verkaufen,fals es stimmt?Ein Diesel sollte doch wohl mindestens 250000km bei guter Pflege halten.Habe leider keine Erfahrungswerte damit,da ich die Autos nach ca. 6 Jahren immer verkaufe.
Was meint Ihr dazu?


Gruß
206driver 11.04.2008, 15:40
gibts da auch ne quelle für?
Unbekannt 11.04.2008, 15:40
ich meine dazu, dass deine information ein wenig lückenhaft ist. eine quelle wäre nicht schlecht.

grundsätzlich wird die laufleistung von motoren nicht durch gerichte bestimmt, sondern von der güte der komponenten und der art der fahrzeugnutzung.

richtig ist aber, dass beispielsweise bei der berechnung des nutzungsersatzes, wenn man zum beispiel ein neufahrzeug aufgrund eines mangels wandelt, die "übliche zu erwartende laufleistung" eine rolle in der rechtsprechung spielt. diese übliche laufleistung wurde dabei durch statistische erhebungen ermittelt und lag mal bei 150 bis 200.000 km.

damit ist aber nicht gesagt, dass motoren automatisch nur solange halten und dann auseinanderfallen. fährst du beispielsweise eine maschine nur im stadtverkehr, verschleißt sie ungleich schneller als ein motor, der überwiegend für langstrecken genutzt wird.
ein diesel hält erfahrungsgemäß länger als ein benziner, da er zum einen in einem niedrigeren drehzahlbereich bewegt wird und der motor konstruktiv auf einen höheren kompressionsdruck ausgelegt ist, also gemeinhin robuster ist usw.
Unbekannt 11.04.2008, 15:40
Hallo 4menwagen,

so ganz kann ich das nicht verstehen, warum so ein HDI Motor nur 150.000 km halten soll ( muss ? ).

Ich habe auch keine Ahnung worum es genau in diesem Prozess ging, aber ich denke, dass irgendjemand wohl geklagt hat, weil ihm sein Motor nach >150.000km hochgegangen ist...

Allerdings finde ich die Aussage von Peugeot, dass die HDI-Motoren nur 150.000km halten, nicht gerade vertrauenserweckend.

Zum Glück verkaufe ich meinen nach spätestens 5 Jahren und mit max. 140.000 km.

Aber würde mich auch interessieren was die anderen hier dazu sagen.


Gruß Sascha
Unbekannt 11.04.2008, 15:56
ein beispiel: für die zeit der nutzung des fahrzeuges bis zur wandelung des kaufvertrages muß der käufer folgenden betrag zahlen:

nutzungsersatz= (Bruttokaufpreis x gefahrene Kilometer) / erwartete gesamtlaufleistung


je niedriger also die angegebene erwartete gesamtlaufleistung ist, desto mehr kann der händler noch vom gebeutelten kunden kassieren.
ergo würde peugeot seinen händlern eine kleine gefälligkeit leisten, wenn es die "erwartete gesamtlaufleistung" recht niedrig angibt.
Unbekannt 11.04.2008, 16:35
Fahrzeuge werden nach derzeitigem Entwicklungs- und Fertigungsstandard (noch) für eine Laufleistung sämtlicher Aggregate und Bauteile von 230 Tkm entwickelt. Chinesen und Inder lassen wir mal höflichkeitshalber weg.

Diese Laufleistung hat bisher einer durchschnittlichen Lebenszeit von ca. 15 Jahren entsprochen. Vielfahrer sind darin nicht berücksichtigt. Aber das Glück des Vielfahrers: er achtet auf Wartung und Pflege besonders, so dass deren Fahrzeuge in der Regel die theoretische Lebenszeit wesentlich übersteigen.

Ergo: Es liegt mit an Dir.

Gruß - Spargel
Hutfahrer 11.04.2008, 17:20
Kleinstwagen wie Daihatsu Cuore, Súzuki Alto, Peugeot 107, Hyundai Matiz, oder vergleichbare Fahrzeuge sind in der Regel wirklich nur auf eine Grenznutzungsdauer von 150 Tkm ausgelegt. Bei einer Fahrleistung zwischen 100 und 150 Tkm sind dann in der Regel bereits teure Instandsetzungen erforderlich - wovon man bei einigen bereits die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellen kann. Nun sind Kleinstwagen nicht unbedingt die typischen Vielfahrerautos und viele sind bei 150 Tkm Laufleistung bereits 10 - 15 Jahre alt.

Reden wir von etwas größeren Kleinwagen wie dem 206, 207 oder vergleichbarem, so liegt der Maßstab kaum höher. Beim HDI110 ist zu berücksichtigen, daß der für seinen Hubraum recht leistungsstark ist und wer diese Leistung permanent abruft, der wird den Motor stückweise "verbrauchen". Der kleine HDI70 ist dagegen von der Literleistung her mit seinen 50 kW eher unterdurchschnittlich. Er hat daher bessere Voraussetzungen, um bei schonendem Umgang auch hohe Laufleistungen zu erreichen. Dem 1.4 HDI fehlt einzig und allein der Ladeluftkühler, der zu einem gesünderen Motorklima und einem höheren Wirkungsgrad (=Leistungsausbeute) fehlen würde.


In meinem Freundeskreis habe ich jemand, der einen 2002er (?) 206 HDI70 fährt. Irgendwas um die 250 Tkm müßten jetzt auf dem Tacho stehen, der Wagen läuft täglich als Lieferfahrzeug für einen selbständigen Autoteiledealer. Er beliefert Werkstätten mit Verbrauchsmaterialien und bestellten Teilen.

Sein 206 ist die 3-türige Lieferwagenversion ohne hintere Seitenscheiben. Hier etwas selten, in Frankreich ziemlich viel unterwegs. Allerdings hat der beschriebene Wagen außer einer Servolenkung keinerlei Ausstattung. Die kann natürlich nicht kaputtgehen, wenn sie nicht drin ist!

Recht schnell verschleißen nur Reifen und Bremsen. Das liegt aber an der Fahrweise des Fahrers. Koppelstangen der Vorderachse ließen sich durch offenbar haltbarere Nachbauteile austauschen - die Originalteile waren nach 50 - 80 Tkm ausgeschlagen. Auspuffanlage soll noch Erstausrüstung sein, dafür sieht der Innenraum ziemlich verbraucht aus. Der Fahrersitz riß zunächst um den Seitenairbag herum aus, wurde aber nicht repariert, da das nach der Garantie kaputt ging. Inzwischen ist auch die Flanke der Sitzfläche sowie der Lehne durchgescheudert. Hier hat der harte Gebrauch seine Spuren hinterlassen.

Vom Gesamteindruck her ist der Wagen technisch okay, optisch aber verbraucht. Insbesondere der Innenraum ist nicht auf Transporterniveau und die gewählten Materialien versagen an allen Ecken und Enden. Dazu kommt durch viele fehlende Verkleidungs- und Dämmungsteile eine recht laute Innenakustik, die nicht unbedingt vom Motor kommt. Es klappert, dröhnt und poltert doch schon ziemlich. Dazu ist das Trenngitter zwischen Laderaum und Fahrgastraum permanent lose gewackelt und scheppert. Das ergänzt sich mit der ebenfalls meist klappernden Ladung.

Für den Peugeot sprach damals der geringe Anschaffungspreis für einen frischgebackenen Selbständigen, das PKW-Fahrverhalten und die Unterhaltskosten, die auf niedrigem Niveau lagen. Zudem gab es für ihn nie großes und sperriges Gut zu transportieren, für das man einen größeren Transporter benötigt hätte.
207RC-Cup 11.04.2008, 18:37
Hallo, typisch Bild.



Es geht hierbei nicht um die erreichbare Laufleistung, sondern um die wirtschaftliche Laufleistung!



Und ein 150.000km Diesel ist nun einmal beim Finanzamt über eine AFA von 6Jahren a 25tkm komplett abgeschrieben, und deshalb rechnerisch nichts mehr Wert.



Und im dem Gutachten geht es nun einmal um die Kilometerkosten bei einer Wandlung!



Der Kläger wollte seine Kosten auf 300tkm aufgerechnet sehen, was ihm geringere Kosten beschert hätte. Peugeot halt auf die rechnerischen 150tkm, die einfach wirtschaflich realitätsnäher sind!



Ein Außendienstmitarbeiter der 300tkm in 6Jahren fährt hat den Wagen übrigens schon nach 3Jahren abgeschrieben.



Hat doch abslout nichts mit der erreichbaren Laufleistung zu tun!
Unbekannt 11.04.2008, 20:39
ahhhh, danke für den link. genau wie du sagst, es geht um rechtsfragen im zusammenhang mit dem nutzungsersatz, denn die 0,67% regelung ist nichts anderes als ein gemittelter wert mit dem autohändler den nutzungsersatz bei der wandelung ermitteln.

hingegen arbeitet der bgh regelmäßig mit der formel, die ich weiter oben angeführt habe. das ganze führt natürlich öfter mal zu streitigkeiten.