airenzo
10.02.2009, 19:49
Hallo @All
die diesen Beitrag lesen.
Eckdaten zu meinem Fahrzeug.
Bj.: 10/2004
Motor: 2,2 HDI 98kw / 133 PS
Reimport: Vollausstattung (kein Leder)
Gekauft: im August 2005
km Stand: 20027 km
Hand: 1. Hand (da zuvor ein reiner Werkswagen (Vorstandskutsche))
Zur Geschichte:
Das Fahrzeug ist ein Langstreckenfahrzeug, täglich 160km.
Das Fahrzeug wird grundsätzlich warmgefahren und nur V-Power getankt.
Ich tanke diesen Kraftstoff, weil ich festgestellt habe, damit gut 200km weiter zu fahren als mit normalen Diesel. Eine Mehrleistung oder was auch immer kann ich nicht feststellen.
Dies aber nur vorweg um eventuelle Kommentare bezüglich des Kraftstoffes zu vermeiden. Denn darum geht es hier nicht.
Der Wagen lief seit dem ich ihn habe einwandfrei, bis ich bei
95.000 km das erste mal ca. 1 Liter Wasser nachschütten musste.
Bei der nächsten Inspektion habe ich das der Werkstatt mitgeteilt, diese hat jedoch nichts finden können.
Bei 115.000 km hat es mir die Antriebswelle vom Turbolader abgerissen.
Ergo neuer Turbolader (Russpartikelfilter wurde auf Öleintritt geprüft, jedoch keine Schäden festzustellen)
Bis dahin nochmal mindestens dreimal Wasser (jeweils ca. 1 Liter) nachgeschüttet.
Bei der 120.000er Inspektion wurde der Russpartikelfilter regeneriert und das Additiv erneuert.
Eine erneute Prüfung des Wasserkreislaufes ergab keine erkennbaren Fehler. Kühler wurde abgedrückt und auf optische Undichtigkeit überprüft. Man hat die Dichtung des Druckausgleichbehälterdeckels erneuert.
Was anderes hat man nicht ausfindig machen können.
Bis zur nächsten Inspektion noch dreimal wegen Wasserverlust dort gewesen, man hat nichts gefunden.
Mittlerweilen konnte ich eine Fahrt von 80km mit einem Liter Wasser im Verbrauch verzeichnen.
So bei km Stand 148.000 bin ich nochmals zur Werkstatt und habe verlangt den Fehler zu finden.
Und siehe da nach einer Kompressionsprüfung unter Volllast hat man festgestellt, dass im Kühlsystem ein Druck von 2,8 Bar vorhanden ist (normal sollten es um die 1,3 bar sein).
Also wurde der Motor zerlegt und die Kopfdichtung gesichtet.
Diese war am ersten Zylinder nach innen durchlässig.
Da ich nun über 50.000 km mit diesem Schaden zurückgelegt hatte haben sich die Kolben im Zylinder 2, 3 und 4 wohl etwas wegen der zum Teil schlechteren Motorkühlung geweitet und mir zweifingerbreit die Hohnspur der Laufbuchsen abgeschliffen.
Somit entschied ich mich den Motor überarbeiten zu lassen, da man mir sagte bei einem reinen Dichtungswechsel hätte ich keine Gewährleistung auf die Reparatur, denn mit der beschädigten Hohnspur laufe ich Gefahr eines Ölfilmabrisses und somit riskiere ich einen Kolbenfresser.
Also wurde der Motor von der Firma Lindlmaier komplett überarbeitet.
Neue Laufbuchsen
neu gehohnt
neue Wellendichtungen
Kurbelwellen Dichtringe
Kopf geplant
Die alten Kolben wurden mit Übermaßkolbenringe wieder verbaut, da auf Übermaßkolben eine Wartezeit von über einem halben Jahr angestanden hätte.
Keiner der 4 Lieferanten hätte die Übermaßkolben früher aufgetrieben.
Peugeot Deutschland hatte gänzlich verweigert die Kolben zu liefern da der Wagen nicht von Peugeot Deutschland importiert wurde.
Also am Ar... die Waldfee.
Nach ca. drei wöchigem Ausfall habe ich meinen Wagen wieder zurück erhalten.
Habe ihn dann wieder sauber eingefahren 2.500km nicht höher als 3000U/min. drehen lassen.
Als ich dann die ersten Vollastfahrten machte, zeigte sich nun das bis heute nicht behobene Phänomen.
Wenn ich bei ca. 110km/h vom 4. Gang zurück in den 3.Gang schalte (z.B. wegen Überholmanöver) kann ich den Fehler recht gut reproduzieren der sich wie folgt auswirkt.
Der Motor dreht hoch (ist ja auch klar) auf ca. 4200 U/min.
Das Gaspedal ist auf Vollanschlag und der Wagen hat keine Leistung. Drehzahlmesser und Tacho scheinen zu stehen.
Wenn ich nun vom Gas gehe und den Wagen von ca. 110km/h auf 87km/h fallen lasse, spürt man wie es "klackt" und der Wagen im dritten Gang auf 4800U/min. (bei ca. 145km/h) durchzieht als wie wenn nichts gewesen wäre.
Dieses Phänomen zeigt sich aber auch wenn ich z.B. eine Zeit lang im 4. Gang bei 130km/h fahre und dann das Gaspedal komplett durchdrücke. Oder aber beim Beschleunigen im 4.Gang ca. 170km/h (4.700U/min) und in den 5.Gang schalte. Dann kann ich auch komplett auf dem Gaspedal bleiben und nichts geht mehr. Der Wagen fällt dann bei komplett durchgedrücktem Gas auf ca. 158km/h ab und reißt dann wiederum an als ob er den Teufel hinter sich hätte.
Zudem hat der Wagen das Problem, das er VMax von zuvor ca. 215km/h (mit defekter Dichtung) nicht mehr erreicht.
VMAX jetzt nach mittlerweilen gefahrenen 14.000km ist 190km/h und mit Heimweh und Rückenwind bei Bergabfahrt kommt der Wagen auf 199 - 200km/h
Der Wagen ist nun seit gestern wieder in der Werkstatt, diese haben nun festgestellt, dass die Einspritzdüsen am Zylinder 1 und 3 teilweise "Minus-Werte" haben und ausreißen. Dann aber wiederum alle vier Düsen wieder einwandfreie Werte haben.
Zudem haben sie heute Turbolader, Hochdruckpumpe, Dieselpumpe mit Manometern versehen und die Werte aufgenommen. Sie dachten heute den Fehler gefunden zu haben, da der Druck der Dieselpumpe einen Wert von 900 (keine Ahnung welche Wertigkeit also Bar oder was weiß ich) gemessen wurde. Aber dann wiederum stieg der Wert auf 1340 was wiederrum normal ist. Sowie der Druck vom Turbo steigt, steigt auch der der Dieselpumpe. Die Unterdruckschläuche sind auch alle getestet worden, ebenso die Unterdruckdosen. Sämtliche Geber wurden getestet und gemessen. Alle liefern den richtigen Wert.
Im letzten Monat wurden zudem die Magnetventile des Turboladers erneuert. Das ESR Ventil getauscht sowie der Ladeluftkühler durch einen neuen ersetzt. Der Luftmengenmesser wurde ebenfalls erneuert.
Ach ja, der Zahnriemen, die Wasserpumpe und die Kupplung wurden auch gleich erneuert da ja bei 160.000km eh fällig.
und ja genau, bei gefahrenen 11.000km hat der Wagen Öl am Boden verloren. Der neue Simmer Ring vom Kurbelwellengehäuse war undicht. Somit wurde die Kupplung gereinigt und ein neuer Simmer Ring verbaut. Mal sehen wie lange dieser nun dicht hält.
Am darauf folgenden Tag bin ich im ersten Gang zurück zur Werkstatt, weil das Kupplungspedal gedrückt blieb. Die Hydraulikflüssigkeit ist am Kupplungsflansch zum Getriebe ausgetreten. Eine defekte Dichtung 2,20 EUR aber war nicht auf Lager. Daher wieder zwei Tage mit einem Leihwagen unterwegs.
Heute wurde zudem ein Laptop mit angeschlossen der sämtliche Werte bei der Probefahrt gespeichert hat. Diese wurden nun auch an die Peugeot-Hotline geschickt.
Man hofft nun von dort Hilfe zu bekommen. Sollten diesen nun dort auch keinen hilfreichen Rat mehr haben, hat man mir mitgeteilt, dass sie dann mit Ihrem Latein am Ende seinen und sich geschlagen geben.
Zudem habe ich jetzt auch noch 4 Einspritzdüsen von einem Jumper 2,2 HDI (selber Motorcode) für 160 EURO erstanden. Normal würde eines Neu 486 EUR plus Steuer kosten.
Hoffe das diese (der Klasse Y) mit meinen (Klasse E â denke der Techniker hat sich verlesen und sollte eher Z heißen) kombinierbar sind.
Der Spaß hat mich bis dato fast 7.000 EURO gekostet.
Zusammenfassung:
- sporadischer Leistungsverlust bei Volllast
- VMAX von ca. 210 km/h wird nicht mehr erreicht
Liste der Neuteile nach Motorüberarbeitung:
Zahnriemen
Spannrollen
Wasserpumpe
Kupplung
Luftmassenmesser
alle Magnetventile vom Turbolader
ESR-Ventil
Ladeluftkühler
Simmer Ring
Dichtung Kupplungsflansch
Was wurde zudem von der Werkstatt gemacht:
Unterdruckdosen geprüft
Unterdrucksystem geprüft (wird aber diese Woche nochmals gecheckt, da eventuell ein Schlauch verkehrt angebracht sein könnte) da ja dieses âklacken bzw. abrupte öffnenâ existiert bevor er wieder anreißt
Turbolader-/Benzinpumpendruckwerte geprüft
Gaspedalgeber und sonstige Geber/Sensoren Werte geprüft
Gebetet dass ich gegen einen Baum fahre, damit ich mit der Kiste nicht wieder komme
Wenn also einer von Euch so ein Verhalten kennt, gehört hat, oder selber schon mal hatte
Bin ich echt froh um eine Antwort die mich bzw. meiner Werkstatt weiterhilft.
Danke, vorab an Alle die sich die Zeit genommen haben diesen Beitrag zu lesen.
DANKE.
Euer Enzo