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Peugeot 407 Forum Wartung Automatikgetriebe

lionsclub 28.04.2010, 18:26
Hallo Forum,
ich wollte mal eure Meinung erfahren:

Auslöser ist ein Beitrag in Auto Motor und Sport.
Dort geht es um die Wartungsfreiheit von Automatikgetrieben.

Die meisten Hersteller, wie auch PUG, geben an, dass die Automatikgetriebe Wartungsfrei sind.
Nun geben viele Getriebe, besonders bei BMW, aber auch anderen Herstellern bei ca. 150.000 bis 200.000 km den Geist auf.
Kosten AT Getriebe ca. 4000 ¤.
Ein Getriebespezialist in Essen, kann die meinsten Getriebe für ca. 3000 ¤ reparieren.

Aussage des Spezialisten: Ist schon klar, wenn man das Getreibe aufmacht. Der eingebaute Filter, den man allerdings nur wechseln kann, wenn man das Getriebe aufmacht ist total voll mit Abrieb. Danach verschleißen die Getriebeinnereien.

Er meint: das muss nicht sein, wenn man ca, alle 80.000 bis 100.000 km auch mal das Getriebeöl und den Filter wechseln würde, könnten die Getriebe wesentlich länger halten.

Kosten für die Aktion ca. 250 bis 300 ¤ je nach Hersteller.

Die Hersteller sagen dazu nichts, da die Getriebe ja sowieso erst außerhalb der Garantie den Geist aufgeben und man einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Mitbewerbern hätte, wenn man von vornerein diese Kosten mit in den Inspektionsplan mit aufnimmt.

Also alles nur bla bla, oder doch mit wahrem Kern?

Gruss
Lionsclub
Unbekannt 28.04.2010, 19:40
Ich gebe diesem Spezialisten recht.

Keine Verzahnungen können abriebfrei laufen. Und gerade bei den heutigen Getrieben, die Magnetventile mit hauchdünnen Durchgängen zur Schaltdrucksteuerung haben und die kleinen Kolben intern auf Dichtheit zwecks korrektem Druck keinem abriebsbedingtem Verschleiß unterliegen dürfen, wirkt sich Abrieb und Schwebstoffanteil im Öl negativ auf die dauerhafte Funktion aus.

Einerseits würde man den Kunden verprellen, würde man ihm beim Kauf schon sagen, dass er alle paar Jahre ein Schw....geld in die Revision seines Getriebes stecken muß, andererseits haben (im Gegensatz zu den Amerikanern und Asiaten) die europäischen Werkstätten noch nicht kapiert, dass man schön langsam anfangen sollte, seine Mitarbeiter auch hinsichtlich der Getriebe-Technik auszubilden.

O-Ton meiner PUG-Werkstatt: "Austauschgetriebe oder gar nichts - dieses Getriebe ist irreparabel. Aber wir haben so ein Getriebe sowieso noch nie getauscht und können daher auch keinen Kostenvoranschlag machen". Da war das Getriebe noch nicht mal geprüft. Also eine Kleinstatt weiter zur Citroen-Werkstatt. O-Ton: "Aus- und Einbau ja, aber nicht nach Kostenvoranschlag und nur mit AT-Getriebe".

Habe das Gelumpe selbst ausgebaut und zerlegt. Materialwert der defekten Teile: 90,- Euro!

Ein Armutszeugnis für die Werkstätten. Nicht nur für PUG und Cit., denn dem Getriebe meiner E-Klasse ging es auch nicht besser.

Gruß - Spargel
rusty 29.04.2010, 22:10
Der Experte hat absolut recht.

Ich habe das ganze bei meinem 406 erlebt. Der hatte das ach so Wartungsfreie ZF 4HP20 drin. Ich wollte sogar mal bei 120TKm eine Getriebewartung machen lassen. Bei Peugeot sagte man mir dass das Getriebe wartungsfrei sei und dass ich mir keine Sorgen machen müsste.

Nach 220TKm war dann Schluss und die Sorgen fingen erst richtig an.

Da mich ein Austauschgetriebe mehr gekostet hätte, als der Wagen noch Wert war, habe ich mich dann nach was neuem umgeschaut.

Schon clever gemacht, von den Autoherstellern oder?

Dieses Getriebe wurde übrigends auch bei anderen Herstellern verbaut. Deshalb gab es dort die gleichen Vorkommnisse.

Wie bei fast allen Dingen im Leben ist man erst im Nachhinein schlauer und bei meinem aktuellen Fahrzeug werde ich auf jeden Fall eine Wartung vornehmen lassen. Aber ich gehe dazu nicht mehr zu Peugeot, sondern zu einem Getriebespezialisten.
Unbekannt 30.04.2010, 13:12
Das 4HP20 war auf dem 4HP18 "aufkonstruiert". Aber immerhin, es war besser wie der Vorgänger, weil etwas standfester und langlebiger.

Welche konstruktiven Umwege hatte dieses Getriebe, bevor es im XM, 605 und 406 gelandet ist, hinter sich?

ZF hatte es eigentlich für den Längseinbau im BMW 7er konstruiert, wo es auch klaglos lief. PSA war in diesem Zeitraum in der Konstruktionsphase des 605 und XM. Diese sollten mit V8-Motoren/Längseinbau auf den Markt kommen. "Unterwegs" entschied sich PSA aufgrund der Marktlage, nun nur 6-Zylinder-Motoren zu bringen und kappte ganz einfach zwei Zylinder und konstruierte um auf Quereinbau und pfriemelte eine Bodengruppe für Frontantrieb zusammen. ZF "strickte" in der Eile das BMW-Getriebe auf Quereinbau um. Damit war ein Getriebe geboren, das zunächst aufgrund des zu hohen Drehmoments für Brüche in den Abtriebswellen berühmt wurde. Aufgrund der für dieses Getriebe entsprechend zu hohen Last des Drehmoments überhitzte das Getriebe trotz Wasserkühlung gerne, wie sich dann mit den Jahren zusätzlich zeigte. Durch hohe Dauertemperaturen, wie sie hauptsächlich bei Vielfahrern auftreten, wurden die internen Schaltfedern weich und die Lamelle über Gebühr geschlaucht.

Gruß - Spargel
Unbekannt 05.05.2010, 16:54
rusty schrieb:

Nach 220TKm war dann Schluss und die Sorgen fingen erst richtig an.
220tkm ist eine normale Lebensdauer für ein Getriebe und hat nichts mit übermässigem Verschleiss zu tun oder mangelnder Wartung zu tun.
Unbekannt 05.05.2010, 18:10
Meine Fahrzeuge werden i.d.R auf die doppelte Km-Leistung gefahren. Außer den Automatik-Getrieben ging keines vorzeitig "über den Jordan". Und meine Fahrzeuge werden wirklich geprügelt und den Getrieben wurde aufgrund der hohen Last (fast permanent 350 kg im Kofferraum) bestimmt nichts geschenkt.

Gruß - Spargel
felaufer 15.06.2010, 15:57
Die meisten Hersteller, wie auch PUG, geben an, dass die Automatikgetriebe Wartungsfrei sind.

Die Hersteller sagen dazu nichts, da die Getriebe ja sowieso erst außerhalb der Garantie den Geist aufgeben und man einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Mitbewerbern hätte, wenn man von vornerein diese Kosten mit in den Inspektionsplan mit aufnimmt.
Also... "Wartungsfrei" halte ich für Marketinggebrabbel. Das Getriebe sitzt mitten im Antrieb und die ganze Antriebsleistung muss da durch. Das is auch nich einfach ne Stange, sondern da is Mechanik drin... bin ja kein Autoschrauber, aber hab früher oft genuch mit LEGO irgendwelche Getriebe gebaut.

Audi meinte immer "Das Getriebe hält ein Autoleben lang". Oder "Das Getriebe muss während seiner Lebensdauer nicht gewartet werden."

Klar... wenns tot ist, ists zu spät.

Das is etwa so, wie wenn jemand sagt "Bis zu Deinem Tod musst Du nichts trinken."

Ich hab meinen A4 - an dem ausser dem Zündschlüssel innerhalb 380.000km alles kaputtgegangen ist mal bei 140.000km zu nem getriebeölwechsel für knapp 600 Ocken in die Werkstatt gegeben und mir die Plörre angeschaut, die da rausgelaufen is. Schwarz is kein Ausdruck, da is ein frischer Strassenbelag noch hellgrau dagegen.

Nach dem Ölwechsel war das Getriebe wundersam weich, lief wie Butter und es war ne Wohltat.

Ich fahr jetzt nen 407sw 2.7HDI mit 6-Gang-Automatik. Die Automatik is meiner Meinung nach Gülle (oder es liegt an was anderem), aber ich werd trotzdem jetzt bei inzwischen 140.000 km innerhalb 2 Jahren doch mal versuchen, das Getriebeöl wechseln zu lassen, wenns sein muss, auch in ner freien Werkstatt (obwohl ich nen PUG-Servicevertrag hab), weil ich es einfach kenne... alle Automatikgetriebe, die ich hatte sind irgendwann im Eimer gegangen und ich behaupte einfach, man hätte das mit Sicherheit verhindern, bzw. herauszögen können, wenn man einen Ölwechsel macht...

Meiner Meinung nach is das nur Kostenvermeidungstaktik und Marketinggedöns... (bei Audi hiess es auch, man müsse das Öl im Differential nicht wechseln, gleiche Geschichte... mir hat der Ölwechsel im Getriebe plus den drei Differentaieln (wobei das Mitteldifferential im Getriebe steckt) unterm Strich eine Verbrauchsreduzierung von 0.5 litern ausgemacht und ein angenehmeres Fahrgefühl.

Felix
Perfection 15.06.2010, 18:01
@felaufer:

habe ja genau die gleiche Maschine. kannst du bitte mal berichten, ob die werkstatt von pug dir das machen würde und was die dafür verlangen. Deine Argumentation klingt logisch und ich überlege mir das auch gerade, ob das nicht sinnvoll wäre die suppe mal zu wechseln.
407bruce 23.06.2010, 16:43
Ihr habt ja alle Recht! Aber was kostet denn jetzt ein Öl- und Filterwechsel für das Peugeot-6-Gang-Automatikgetriebe?
Gruß
Werner
lionsclub 24.06.2010, 15:20
Hier noch mal Lionsclub.
Ich war bei meiner PUK Werkstatt und habe mit dem Werkstattmeister besprochen.
Er sagte mir, dass offiziell PUK dazu keine Angaben macht und er noch keinen Kunden hatte, der das Getriebeöl des Automatikgetriebes gewechselt haben wollte. (Wie auch, wenn das Problem nicht komuniziert wird). Allerdings hatte er schon mal ein Austausch eines defekten Getriebes.

Die Info zum Preis war: wenn Sie das wirklich gemacht haben wollen, dann sollte ich früh genug bescheid sagen, da das Öl in den Mengen nicht auf Lager ist.
Außerdem gäbe es von Seiten PUK keine Zeitvorgabe.
Er müsse das selber durchrechnen und kalkulieren und könnte mir dann bei ernsthaftem Interesse einen Preis sagen...

Finde ich eigentlich etwas unbefriedigend.

Gruß Lionsclub