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Warum 307 nie ohne montierte Gelenkwellen auf die Vorderräder stellen?
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Warum 307 nie ohne montierte Gelenkwellen auf die Vorderräder stellen?
Hallo,
im 307 Handbuch von Haynes steht (Kapitel 8.2), man dürfe das Auto nie ohne montierte Gelenkwellen auf die Vorderräder stellen oder gar herumschieben, sonst könnten die Radlager beschädigt werden.
Ich will das natürlich nicht machen, aber verstehen schon: Warum genau sollen die Radlager geschädigt werden, wenn sie Belastungen aufnehmen und zugleich der Keilwellenstummel heraus ist? Hier sieht man die eigentliche Radnabe, die Gelenkwelle (der Keilwellenstummel am äußeren Gelenk) hat ja nur Kontakt mit diesem Teil, das seinerseits in den Innenring des doppelreihigen Kugellagers kommt:
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Dieses Teil und der Lagerinnenring sind aber doch nicht so dünnwandig, dass man sich vorstellen kann, dass sich das verformt, wenn der Keilwellenstummel nicht noch drin ist (und die Mutter angezogen, 325 Nm)?
Was anderes kann ich mir da aber als Gefahr nicht vorstellen.
Weiß das jemand besser?
Danke
Gruß
Stefan
diese Lager brauchen eine axiale Vorspannung um radiale Kräfte vertragen zu können. Ganz einfach beschrieben: erst wenn man die Antriebswellenmutter anzieht können die Kugeln in der entsprechenden "kugeligen" Laufbahn rollen, ohne Vorspannung laufen sie daneben und dies führt zu Beschädigungen.
Tipp: es braucht nicht die Antriebswelle zu sein, eine große Schraube mit dicken Unterlegscheiben kann auch diese Kraft erzeugen.
Hallo,
vielen Dank für den Hinweis.
Auf der Basis hab ich weitergesucht und ganz gute Dokumente von SKF und Schaeffler gefunden, die diese Art Lager näher erklären. Entscheidend für das Verständnis ist die Sache mit dem geteilten Innenring, sowas kannte ich von den Doppelkugellagern nicht, mit denen ich in der Schlosserausbildung in meiner Jugend mal zu tun hatte.
Man darf wohl annehmen, dass bei den 307-Lagern die 325 Nm Anzugsmoment hauptsächlich der Sicherung dienen und das Schließen des Spalts zwischen den beiden Innenringen, das Aufbringen der Vorspannung, auch mit viel weniger schon hinreichend gegeben ist, so dass man den ersten, schwersten Teil des Lösens und später das abschließende Anziehen der Mutter auf 325 Nm mit dem Rad auf dem Boden machen kann, wenn man dabei darauf achtet, dass es nie mit ganz gelöster Mutter aufsteht. So braucht man kein extra Teil, um das Rad gegenzuhalten (z. B. Flachstahl mit Bohrungen für zwei Radschrauben).
Gruß
Stefan
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