MenschMeier
07.03.2015, 08:56
Hallo,
nachdem mir nun schon zum zweiten Mal bei laufendem Motor die Zündkerze rausflog, machte ich mir so meine Gedanken, wie ich das Problem mit möglichst wenig Aufwand lösen kann. Also bestellte ich mir im bunten Online-Kaufhaus für kleines Geld (19,90) einen Reparatursatz. Dieser besteht aus einem Gewindebohrer, der vorne dran noch eine Art Reibahle hat, und vier verschieden lange Gewindehülsen. Der Gewindebohrer hat einen Sechskantantrieb mit 21er Schlüsselweite, die Gewindehülsen werden mit der Zündkerze in das frisch geschnittene Gewinde eingedreht.
Ich wollte möglichst wenig Aufwand betreiben, also blieb der Zylinderkopf an Ort und Stelle, aber ich mußte sicherstellen, daß keine Späne in den Brennraum gelangen können. Erstmal brachte ich den Kolben nach unten, dann stopfte ich den Brennraum mit einer Mullbinde (aus dem alten, abgelaufenen Verbandskasten) aus. Die Mullbinde hat den Vorteil, daß sie nicht fusselt und auch an einem Stück später wieder herausgezogen werden kann und nichts im Brennraum zurückbleibt.
Nachdem die Binde an ihrem Platz war, drückte ich ordentlich zähes, klebriges Fett hinein, den Gewindebohrer tauchte ich auch in das Fett, positionierte ihn gerade und fing dann an, ihn mit der Ratsche einzudrehen. So nach der Hälfte ging es dann merklich schwer, ich drehte den Bohrer dann wieder raus und wischte das Fett, welches voller Späne war, ordentlich ab und fettete den Gewindebohrer nochmal neu. Nun schnitt ich das Gewinde fertig, wieder hing der größte Teil der Späne am Bohrer. Dann zog ich mit Hilfe eines Drahtes, dem ich einen kleinen Haken verpasst hab, die Mullbinde ein gutes Stück raus, bis nur noch wenig Fett an der Mullbinde haftete. Dann führte ich eine kleine Rundbürste in das Zündkerzenloch und reinigte mit Bürste und Binde das Gewinde, daß auch da keine Späne mehr waren. Dann zog ich die Binde komplett raus.
Mit etwas Verdünnung entfettete ich dann noch das Gewinde, an der Eindrehhülse machte ich am oberen Ende noch etwas flüssige Schraubendichtung aufs Gewinde und drehte die Hülse dann mit der Zündkerze ein. Die Schraubensicherung soll dafür sorgen, daß bei einem Zündkerzenwechsel sich die Hülse nach mäglichkeit nicht mit rausdreht. Man darf aber auch nicht die komplette Hülse einschmieren, denn die Schraubensicherung isoliert ja und wenn´s blöd läuft, kriegt die Zündkerze keie ausreichende Masseverbindung und der Zündfunke ist dann zu schwach.
Jedenfalls läuft der Motor wieder, eine 50km-Probefahrt verlief ohne Zwischenfälle oder seltsame Geräusche.
Ich hoffe, daß das bei euren Autos niemal nötig sein wird, wenn aber doch, dann wißt ihr jetzt wie es geht.
Gruß,
Manu