LarsK
23.10.2016, 17:07
Hallo,
habe hier im Forum nach dem Symptom "Ausrücklager der Kupplung macht Geräusche und wie stelle ich sie ab" bzw. "wie kann ich die Kupplung einstellen" gesucht, aber nichts auf mein Fahrzeug Passendes gefunden.
Ich scheine eine Kupplungszug zu haben, der sich automatisch an die Kupplung (Belagstärke usw.) anpaßt. Jedenfalls kann ich drinnen und im Motorraum keine Einstellmuttern o.ä. sehen, so wie das noch vom 205er her kannte. Stattdessen steckt unter einer langen Gummimanschette irgendein Paket mit mindestens einer Feder drin, die den Zug dauerhaft auf Spannung hält. Das Ausrücklager läuft dadurch immer ein wenig mit, auch wenn nur wenig Last drauf ist. Auf Dauer war das für mein Lager wohl zu viel; es wurde wahrscheinlich trocken und fing an Geräusche zu machen.
Die Manschette bekam ich nicht einfach ab (den ganzen Zug auch nicht ;-) , ich traute mir auch nicht zu, an dem Zug etwas in der Art zu verändern, daß danach KEIN Dauerzug mehr auf den Ausrückhebel ausgeübt wird. Ich wollte eine einfache Lösung bis zum demnächst bestimmt irgendwann fälligen Kupplungswechsel.
Der erste Versuch mit einer Bettfeder, eingehängt am Blech des Luftfilterkasten und außen am Ring des Ausrückhebels schlug fehl: Hebel war zwar bestimmt 5mm weit zurückgezogen, Kupplung ließ sich auch noch (im Stillstand) betätigen, aber bei Motorlauf reichte der Kupplungsweg nicht mehr, um noch einen Gang einlegen zu können. Offenbar durfte die Feder also nicht zu stark sein. Eine zu schwache Feder reichte dagegen nicht aus, den Hebel gegen den Zug des Automatik-Seils noch ausreichend "gegenzuziehen"; es änderte sich einfach nichts (Geräusch noch da).
Lösung war: Winkelschlauch der Luftführung (bzw. -rohr) ab (2 Schraubschellen), Luftfilterkasten nach oben rausziehen (ist nur gesteckt! - Keine Angst, die beiden Schritte dauern zusammen wirklich nicht mehr als zwei Minuten!!!).
Danach eine PASSENDE Feder mit ca. 1..1,5mm DrahtDm, ca. 15..20mm Durchmesser und mindestens ca. 80..100 Länge (Hinweis: Bettfeder zu hart, Feder von Tischklemm-Lampenarm zu schwach) so anbringen, daß der Hebel in Fahrtrichtung nach vorn gezogen wird. Dazu bietet sich als Holepunkt die M6er Schraube an, mit der Luftfilterhalter befestigt ist. Dort eine Drahtlasche festschrauben, wo später die Feder eingehängt wird. Eine zweite Drahtlasche ist evtl. (je nach Ende der verwendeten Feder) direkt am Ring des Kupplungs-Ausrückhebels auf dem Getriebe erforderlich. Die Feder sollte schon im Ruhezustand etwas vorgespannt wein, damit die Kraft über den Auslenkweg nicht allzustark zunimmt. Es geht ja nur um ein paar mm im Ruhepunkt der Kupplung!
Wenn man die Lasche am Halteblech des Luftfilterkastens richtig gebogen hat, gibts 0 Probleme (i.S.v. keine Kollisionen) beim Wiedereinbau des Kastens.
Fazit: ich brauchte ca. 1/2h und ein gut sortiertes Federsortiment, dann war das Geräusch weg und man konnte trotzdem kuppeln und schalten wie vorher! Am Tag vorher habe ich aber bestimmt 1h damit verbracht, eine ungeeignete Feder mit einem selbst gezimmerten Spezialwerkzeug durch irgendwelche Spalten und Ritzen einzubauen. Ganz einfach weil ich zu faul war, den Schlauch und den Kasten auszubauen ...
Fotos kommen vll auch noch!