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Peugeot 206 Forum Kaufberatung Peugeot 206 Grand Filou bj 2002

Hagiman2000 21.05.2019, 08:28
Hallo Zusammen, meine Frau und ich suchen einen Zweitwagen und wir haben einen Peugeot 206 ins Auge gefasst:


Hier klicken

Unsere Anforderungen sind:

- 4/5 Türer
- Isofix
- Benziner
- Klimaanlage
- Verbrauch unter 8L

Dies erfüllt der verlinkte Wagen alles. Zudem wurde der Zahnriemen gewechselt (müsste noch in Erfahrung gebracht werden wann).

Was sagt Ihr zu dem Auto? Was sollte ich bei einer Probefahrt beachten, also was sind die Kinderkrankheiten?
johannesf 21.05.2019, 10:42
Hi!
Das Auto sieht auf jeden Fall von Außen betrachtet gut aus.
Ich persönlich finde 60PS ein bisschen wenig, aber das ist natürlich Geschmacksache...
Schaue mal genau nach, ob das Auto ESP hat oder nicht. Ich sehe den Schalter auf den Fotos nicht. Und ein Auto ohne ESP würde ich mir als Familienauto (IsoFix) nicht kaufen.
Der Zahnriemen muss normalerweise nach 10 Jahren getauscht werden, also vermutlich 2012. Der Wechsel würde dann also 2022 wieder auf Dich zukommen.
Bis dann
Johannes
ID19 21.05.2019, 12:07
Zitat Zitat von johannesf Beitrag anzeigen
Hi!
Schaue mal genau nach, ob das Auto ESP hat oder nicht. Ich sehe den Schalter auf den Fotos nicht. Und ein Auto ohne ESP würde ich mir als Familienauto (IsoFix) nicht kaufen.
Sorry, das ist Blödsinn, ESP braucht man beim 206 wirklich nicht. Kannst Du mir als Dipl.-Ing. Fahrzeugbau glauben.

Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der überhaupt jemals ESP gebraucht hat.

Ich auch nicht in mehr als 30 Jahren Peugeot- und Citroenfahren.

Denn jeder "normale" Fahrer geht mit dem Gas runter, wenn er merkt, dass sein Fahrzeug ausbricht, weil er zu schnell in eine Kurve gefahren ist. Sehr gut konstruierte Fahrzeuge wie Peugeots und Citroens stabilisieren sich dann nämlich sofort von selbst wieder.

Oder brechen erst gar nicht aus, wenn man einem Hindernis ausweicht.

ESP brauchen höchstens Leute, die mit 100 km/h in eine Autobahnausfahrt reinfahren oder mit 100 km/h über Glatteis rasen wollen. Da hilft es dann aber auch schon nicht mehr.

ESP wurde von Mercedes eingeführt, weil sie Autos wie die alte A-Klasse und Smart gebaut haben, die ohne ESP ein lebensgefährliches Fahrverhalten aufwiesen, weil sie sich nicht wieder selbst stabilisieren konnten und man mit diesen Autos ohne ESP sonst schon bei kleinsten Fahrfehlern (wie gering überhöhte Geschwindigkeit in Kurven) oder beim Ausweichen von Hindernissen bereits verunglückt wäre.

Das ist kein Scherz:

Die A-Klasse bin ich selbst, als sie gerade herausgekommen war, mehrere Stunden probegefahren. Da hatten die Fahrzeuge noch kein ESP. Das Auto fuhr sich auf trockener Fahrbahn wie auf Eiern oder als ob Glatteis wäre. Brach bereits bei schnellem Spurwechsel in der Stadt aus. Bei meiner "Elchtest-Simulation" auf einem großen Parkplatz hoben zwei Räder ab und das Auto wäre mir fast umgekippt. Ich bin schweißgebadet ausgestiegen. :-(

Ein Jahr später bin ich ein zweites Neufahrzeug probegefahren. Inzwischen war ESP serienmäßig verbaut.

Das Fahrverhalten war immer noch schwammig. Das Ausbrechen wurde aber durch brutales, einseitiges stotterndes Abbremsen eines der Vorderräder abgefangen. Das ESP war die elektronische "Krücke", damit Mercedes die Fahrzeuge weiter verkaufen konnten und nicht vom Markt nehmen musste.

Ein Peugeot 206 weist so ein Fahrverhalten nicht auf. Die Fahrdynamischen Parameter wie Höhe des Massenschwerpunktes, Achsgeometrie, Querstabilisatoren, Abstimmung von Federung und Dämpfung sowie Vorder- und Hinterachsaufhängung zueinander sind so konstruiert bzw. aufeinander abgestimmt, dass die Fahrzeuge auch ohne ESP sicher gefahren werden können.

Das Ganze hat sich nicht nur beim 206, sondern auch und in allen möglichen anderen Peugeot- und Citroen-Baureihen bereits millionenfach bewährt, – und zwar ohne ESP!.

Deshalb hat Peugeot das ESP auch nur optional angeboten. Und auch nur, weil plötzlich alle Welt meinte, dass man sowas haben muss, weil Mercedes das ja sogar serienmäßig einbaut.

Genauso wie Mercedes ja auch Pionier bei Airbag und ABS gewesen war.

Der Elchtest-Skandal von Mercedes und Smart war damals schnell vergessen (Zur Erinnerung: Der Verkaufsstart des Smart musste deshalb um ein Jahr verschoben werden).

Schon bald realisierte man nicht mehr, dass das ESP bei der A-Klasse und beim Smart ein Muss war und diese Fahrzeuge ohne ESP ein lebensgefährliches Fahrverhalten an den Tag legten …

Und irgendwann brach das Eis dann bei allen Herstellern:

Schließlich konnte man den Verkaufspreis der Fahrzeuge um 400 bis 500 € anheben, ohne selbst nenneswerte Mehrkosten zu haben. Denn ESP war quasi nur ein Abfallprodukt des bereits vorhandenen ABS, da man lediglich die Software erweitert muss sowie für ein paar Euro ein zusätzlicher Beschleunigungssensor und ein Kontroll-Lämpchen vorgesehen werden müssen.

@Hagimann2000 Meine Empfehlung:

Für Euch ist ein fehlendes ESP zusätzlich gut: Nicht nur, dass es ein Teil weniger ist, das kaputt gehen kann.

Aufgrund der allgemeinen Unwissenheit und Hysterie kann man heutzutage beim Autokauf auch was runterhandeln, wenn ein Peugeot kein ESP besitzt. :-)

Und wenn es Euch um Sicherheit und Fahrkomfort geht:

Ich würde ein Auto mit mindestens 75 PS kaufen, damit man beim Überholen Reserven hat.

Und mit Automatic, damit Staus einen nicht nerven, man die rechte Hand frei hat und kleine, schlafende Kinder auch bei Stop and Go Verkehr nicht aufwachen.

Der angegebene Mehr-Verbrauch im Stadtverhehr beim Europäischen Fahrzyklus ist meiner Erfahrung nach rein theoretischer Natur, erst Recht im Berufsverkehr einer Großstadt. In der Praxis tut sich das nicht viel, weil man viel weniger Gas geben muss und man bei Stop and Go oder in 30 km/h -Zonen das Gaspedal wg. des Drehmomentwandlers nur streicheln muss, um ein Stück vorwärts zu kommen. Und über Land bzw. auf der Autobahn gibt es gar keinen Verbrauchsunterschied.

Außerdem wäre mir bei Kindern wichtig, dass es ein Nichtraucherauto ist.

Ich würde Euch ein "Rentnerfahrzeug" empfehlen. Die haben meist sehr wenig gelaufen, sind topgepflegt, wurden permanent gewartet und haben oft Automatic.

Und trotzdem sind sie meist nicht teurer als Fahrzeuge mit 60 PS und doppelter oder dreifacher Laufleistung.

115.000 km wären mir viel zu viel. Da ist sicherlich bald eine neue Kupplung fällig. Das kostet mindestens 500 bis 600 €.

Und Verschleißteile an der Vorderachse könnten dann auch bald fällig sein (Spurstangengelenke, Koppelstangen etc.).

Beispiele von günstigen "Rentnerautos" mit einem Bruchteil der Laufleistung bei gleichem Preis:

Hier klicken (45.000 km gelaufen)

Hier klicken (72.000 km gelaufen)

Viele Grüße

Marcus