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Peugeot 1007 Forum was passiert bei einem unfall?

laface 29.12.2008, 10:42
hi leute,

habe mal ein paar fragen zum unfall etc.

was passiert eigentlich wenn wir einen schweren unfall haben sollten und vorher die automatische türverriegelung aktiviert war.

wird diese beim unfall automatisch deaktiviert?
wie kommen die retter von außen an uns heran?

die gleiche frage gilt auch für den fall, das wir mit dem 1007er ins wasser plumpsen. stellt euch vor, man fährt irrtümlich über die uferkante und fährt in ein hafenbecken oder ähnliches.
wie kommt man am besten aus dem auto heraus wenn man unter wasser ist?

muss noch dazu schreiben: ich habe keine phobien oder zuviel horrorfilme gesehen.
auch will ich nicht meine schweigermutter loswerden hihi

ist halt nur reine neugier.

beste grüße
laface


Ruben 29.12.2008, 12:51
Also die Automatische Verriegelung wird bei einem Unfall deaktiviert is glaub bei jeden Auto so ?!

Wie die Helfer rankommen ? Also je nach größe des Schadens , entweder machen sie die Tür auf ^^ oder schlagen Fenster ein , es geht aber auch noch ein bisschen gröber , je nach dem ob du dich aufs Dach oder irgendwie um den Baum gewickelt hast , wirst du dann herrausgeschnitten mit schweren Gerät

Und wenn du mal wieder am Ufer nich aufgepasst hast , solltest du dich abschnallen und versuchen die fenster runter zu kurbeln ^^ Tja bloß wie das dann bei elektrischen Fensterhebern aussieht weiß ich leider nich ^^ Tür öffnen unter wasser wird man kaum hinbekommen bei dem druck

Hoffe konnte helfen
Force406 29.12.2008, 14:37
Hallo Ruben.

Zu 2.: Keine Panik. Elektrische fensterheber und dergleichen
funktionieren unter Wasser noch bis zu einer Stunde (wenn kein
Fernlicht an ist ;-) ), da Wasser sehr hochohmig ist (Ausnahme ist Salzwasser).

Zu 1.: keine Angst. Beim Unfall ist die Tür das, was herausgeschnitten
wird, um an die Insassen zu kommen, noch vor dem Dach. ;-)
Bei heutigen Autos wird beim Seitenaufprall die Tür gen Rahmen
gepresst, und verkantet sich, um eine "feste" Wand zu bilden, die
den Druck aufnimmt und abgibt, auch beim 1007. Mitunter bekommt
man die schon beim leichten Seitenaufprall nicht mehr auf.

MfG Force406
Unbekannt 02.01.2009, 13:53
Wie es mechanisch vor sich geht, um die "Überlebensversorgung" der Personen sicher zu stellen, hat Ruben ja schon beschrieben.

Nur scheint da bei der Rettung durch Über-Technisierung ein Rückschritt eingesetzt zu haben.
In den Siebzigern hatten wir einen Hydraulik-Spreizer, mit dem wir max. zweimal ansetzen mußten. Einmal einfach horizontal im Scheibenausschnitt der verklemmten Tür. Damit haben wir A- und B-Säule mitsamt Tür innerhalb von Sekunden in die Breite gespreizt, das heißt, wir konnten Türen richtiggehend zerreißen. Heute sieht man dieses Werkzeug überhaupt nicht mehr. Vielleicht liegt es daran, dass die Bergung heut meist (oder nur noch?) von Feuerwehr und THW durchgeführt wird. Wenn ich sehe, wie unsachgemäß Unfallfahrzeuge bei der Bergung zerlegt wurden und schätze den oft unnützen Zeitaufwand hierfür, kann man nur hoffen, dass ein Karosseriebauer vor der Feuerwehr am Unfallort ist. Für das, was die Feuerwehr mit Zangen und Spreizern in 15 Minuten erledigt, braucht ein Fachmann, der weiß wie eine Karosserie aufgebaut ist, mit einem stinknormalen Schlosserhammer, Flachmeißel und Montiereisen teilweise gerade mal zwei Minuten. Schweißbrenner kommen so gut wie nie mehr zum Einsatz. Dabei läßt sich selbst ein Zweitürer bei relativ geringer Brandgefahr von einem Schweißprofi in ein paar Minuten hinter dem Fahrersitz komplett abbrennen. Mit den heutigen Keramik-Schweißerschutzdecken kann man drei Zentimeter neben einem Verletzten mit über 3.000C arbeiten, ohne daß dem auch nur warm wird.

Den Sturz ins Wasser hat der Gesetzgeber schon vor langer Zeit definiert: Minimum, auch im Salzwasser, sind drei Minuten, in denen Fensterheber und elektrische Türenverriegelungssysteme funktionieren müssen. Wenn Du in dieser Zeit nicht rauskommst, ist es sowieso egal, ob die Elektrik noch funktioniert.

Gruß - Spargel
Force406 02.01.2009, 14:06
@Spargel:

Prinzipiell hast du recht, aber ein Karosseriebauer muss auch nicht
auf die Sciherheit verletzter Insassen achten.

Wenn mann mit dem Spreizer heutzutage so rangeht, wie du beschrieben
hast, dann kann die Frontscheibe splittern (sollte eh' zuerst heraus-
geschnitten werden).
Das problem ist die zeit und die Sicherheit.
Das Fahrzeug muss während dem "Zerlegen" immer wieder durch
Keile und Hölzer stabilisiert werden, damit es nicht in der Mitte
durchsackt, und die Insassen einklemmt wenn man das Dach
abnimmt.

Und einfach seitlich aufdrücken und Personen "herausziehen" ist
nicht. Gerade früher hat man damit oft die Wirbelsäule geschädigt,
denn die hält (wie man mittlerweile weiß) keine Zugkräfte aus.

Das vorgehen hat seinen Grund. Die Sicherheit der Insassen geht
vor.

Und sobald das Dach runter ist, werden die Insassen medizinisch
versorgt. Erst wenn der Norarzt das freigibt geht es weiter.

MfG
Unbekannt 02.01.2009, 17:10
Hi Force,

das mit dem Karosseriebauer war so gemeint, dass der leider nicht am Unfallort ist.

Splitternde Scheiben haben uns nie gestört, weil wir für einen Schutz des Innenraums bzw. der Insassen nur ein paar Sekunden brauchten.

Das Problem ist wirklich die Zeit - teilweise wegen der Feuerwehr, bei der "Dach abnehmen" ein zeitraubendes Hobby geworden scheint. Wenn Du Dir die Fahrzeuge mit schweren Stauchungen nach dem Kriterium des Karosserieaufbaues anschaust, wirst Du feststellen müssen, daß bei ca. 70 % dieser Fahrzeuge das Dach nicht zeitraubend runter müßte.

Wenn Du mit dem großen Spreizer richtig arbeitest und gleichzeitig, je nach Erfordernis, Vorder- oder Hinterwagen mit Seilwinde und mit den Zugumlenkungswerkzeugen auf Zug bringst, bricht garantiert nichts ein. Wir haben die Verletzten oft auf den Sitzen und Kopfstützen fixiert und mitsamt der Sitze seitlich oder nach hinten herausgeholt. Das war damals nichts ungewöhnliches, da die Lenksäulen bei Frontalen bei den meisten Klein- und Mittelklassenfahrzeugen starr waren und in den Innenraum und die Brust des Fahrers eindrangen. Es geht mit dieser Methode vor allem sehr schnell, aber nicht allein der richtige Umgang mit dem Werkzeug ist dabei wichtig, sondern auch Kfz-Fachkenntnis, die den Rettungskräften leider fehlt. Ich habe dieses Handwerk während meiner Berufsausbildungen auf der Autobahn fünf Jahre lang gemacht und weiß daher, was geht, was nicht geht und vor allem, wie man sich mangels Qualifikation auch umständlich bis dämlich anstellen kann.

Ich habe so einen Blödsinn mit abgetrenntem Dach vor ein paar Jahren bei meiner Unfallgegnerin gesehen. Das Fahrzeug war so gestaucht, daß das Dach ca. 40 cm "Überhöhe" hatte. Das wurde abgetrennt, danach fing man an, zu überlegen, wie man das Lenkrad von der Brust kriegen könnte und vor allem die Beine frei bekommen könnte. Hätte man nur die Türe mit der Druckluftflex herausgeholt und die A-Säule zweimal gekappt, wäre die Frau in 15 Minuten heraus gewesen. So hat es 2 1/2 Stunden gedauert, in denen die Frau unter Narkose gehalten werden mußte.

So weit zur Praxis heute. vor 35 Jahren haben wir das zu zweit gemacht, bei vorgenanntem Unfall standen 16 Feuerwehrleute in der Gegend herum.

Gruß - Spargel