Sunny
10.04.2008, 07:19
Hier ist ein interessanter Text fuer alle, die ihren Loewen zum Doc bringen muessen, jedoch noch nie ein Fahrzeug abgeschleppt haben:
(Quelle)STOßSTANGEN im eigentlichen Sinn sind an heutigen Fahrzeugen kaum noch zu finden, das gleiche gilt für sichtbare Abschlepphaken. Einer der ersten Schritte bei der Vorbereitung des Schleppvorgangs ist daher meist die Suche nach einer kleinen Klappe in der Kunststoffverkleidung der Stoßfänger. Dahinter sollte sich dann ein Gewinde befinden, in das die Abschleppöse eingeschraubt wird. Diese ist wiederum meist beim Bordwerkzeug zu finden.
ABSCHLEPPSEILE sind die meist verbreiteten Schlepphilfen. Zu beachten ist, dass ein Abschleppseil nicht länger als acht Meter sein darf. Auf halber Länge zwischen vorderem und hinterem Fahrzeug muss ein rotes Fähnchen angebracht werden - es warnt seitlich nahende Autos, dass beide Fahrzeuge nicht unabhängig voneinander unterwegs sind. Zeitgemäß sind Schleppseile mit einem Aufrollautomaten - ein solches Seil zieht sich zum Beispiel nach dem Bremsen wieder auf die richtige Länge zusammen und liegt nicht auf dem Boden.
ABSCHLEPPSTANGEN sind die professionellere Alternative zu einem Seil. Sie sind zwar etwas sperriger, helfen aber unter anderem dabei, Auffahrunfälle zu vermeiden. Insgesamt heißt es, dass sich der Abschleppvorgang vor allem für Ungeübte mit einer solchen Stange leichter bewerkstelligen lässt.
WARNBLINKER müssen während des Schleppens bei beiden Fahrzeugen eingeschaltet sein. Wird in der Dunkelheit geschleppt, muss an dem hinteren geschleppten Fahrzeug die Heckbeleuchtung funktionieren - oder es ist mit einer Notbeleuchtung für Sichtbarkeit zu sorgen.
HANDZEICHEN sind eine wichtige Kommunikationsmöglichkeit zwischen dem Fahrer des schleppende Autos und dem, der im geschleppten am Lenkrad sitzt. Die Zeichen können bei eingeschalteter Warnblinkanlage auf Richtungswechsel und Abbiegevorgänge hinweisen, eine hochgehaltene Hand kann dem Hintermann signalisieren, dass eine Bremsung bevorsteht.
AUTOBAHN und Landstraße haben eigene Regeln fürs Abschleppen. So darf ein Wagen auf der Autobahn grundsätzlich nur bis zur nächsten Abfahrt gezogen werden. Landstraßen erlauben längere Distanzen - auch hier sollte der havarierte Wagen aber nur bis zur nächsten Werkstatt oder einer Garage geschleppt werden. Als Tempo-Obergrenze sollten 50 Stundenkilometer (km/h) nicht überschritten werden - beim Schleppen mit dem Seil gilt im Hinblick auf die Gefahren plötzlicher Bremsmanöver Tempo 30 als Obergrenze.
AUFFAHRUNFÄLLE sind speziell beim Schleppen mit dem Seil eine typische Gefahr. Rein rechtlich gilt auch hier die übliche Grundregel: Wer auffährt, ist schuld. Das gilt jedenfalls, wenn ein zugelassenes Fahrzeug gezogen wird - erlaubt ist allerdings auch das Abschleppen eines nicht zugelassenen Fahrzeugs. Kommt es in so einem Fall zum Zusammenstoß, ist Ärger mit den Versicherungen programmiert. Für Schäden haftet dann in der Regel derjenige, der schleppt.
LENKRADSCHLÖSSER können den Schleppvorgang gefährden - wenn niemand an sie denkt. Zu beachten ist, dass im defekten Fahrzeug der Schlüssel im Zündschloss stecken muss. So wird verhindert, dass das Lenkradschloss einrastet und ein Lenken in Kurven unmöglich macht.
MOTORKRAFT ist eine Sache, an der es defekten Fahrzeugen meist mangelt. Dies beeinträchtigt aber nicht nur die Beweglichkeit des Autos, vielmehr hat diese Tatsache auch Einfluss auf Bremse und Lenkung. Ohne Motorkraft steht keine Bremskraftverstärkung zur Verfügung: Dem Piloten des geschleppten Autos muss bewusst sein, dass er fürs Bremsen wesentlich mehr Kraft als gewöhnlich aufbringen muss. Bei Fahrzeugen mit Servolenkung muss außerdem mit höherem Kraftaufwand beim Lenken gerechnet werden.
BEDIENUNGSANLEITUNGEN der Autos sollten vor einem Abschleppvorgang genau studiert werden. Manche Fahrzeuge dürfen nach Herstellerangaben gar nicht abgeschleppt werden - dies gilt häufig für Modelle mit Automatikgetriebe oder Allradantrieb. Oft finden sich in den Anleitungen auch Hinweise auf die vom Werk erlaubten Höchstgeschwindigkeiten beim Schleppen.
INFO: Abschleppen im Ausland den Profis überlassen
Bei einer Panne im Ausland sollte besser nicht zu privater Schlepphilfe gegriffen werden. Nach Angaben des TÜV Süd in München kann dies in vielen Ländern zu Komplikationen führen. So ist das Abschleppen von Privatfahrzeugen beispielsweise in Spanien generell nicht erlaubt. Zuwiderhandlungen werden mit Bußgeldern geahndet. Ratsam ist es, das Abschleppen im Ausland professionellen Abschleppdiensten zu überlassen.
(DPA)