Peugeot Oldtimer Forum
Peugeot 403 - Der unauffällige und praktische Franzose
Am Samstag ist es endlich soweit. Ich fahre nach Südfrankreich, um mir einen 403 Commercial Break Diesel anzusehen, der vielleicht bald mir gehört. Hier ein paar Impressionen:
http://www.peugeotboard.de/autobilde...stup&cat=-1388
Was haltet Ihr davon?
Schön, schön. Für Liebhaber ein richtig schmuckes Stück. Wünsch dir viel Spaß
Hi,
war mir also gestern das gute Stück ansehen und was soll ich sagen: Wer da nicht zugreift, muss bekl... sein. Kaum Rost, Motor springt zwar nicht an (keine Dieselzufuhr) dreht aber, sonst auch alles vorhanden und funktionsfähig. Insgesamt also eigentlich nur Kleinigkeiten zu machen. Könnte in nem halben bis einem Jahr wieder gut da stehn und fahren...
Jetzt aber die böse Überraschung: Ich finde keinen Zugwagen für den Anhänger, mit dem ich "la belle 403" kommenden Freitag oder Samstag abholen will. Mein 405 zieht leider nur bis zu 1200kg, es wären jedoch ca. 1700kg zu schleppen. :cry:
Nun die Frage: Kennt jemand einen günstigen Mietservice für Geländewagen? Oder hat jemand vielleicht eine andere Lösung? Wäre echt ne Schande das gute Stück unter dem heimischem Apfelbaum verrotten zu lassen...
Verzweifelte Grüße aus Trier,
Leoni
Hol dir ein Mercedes G-Modell von Europcar, damit kannst du alles ziehen ;-)
Transporter/Kastenwagen wie Sprinter, Iveco Daily, Peugeot Boxer, Renault, VW, Ford usw. sind günstig zu mieten und haben die erforderliche Anhängelast.
Gruß - Spargel
And the winner is...Mercedes Vito.
Hoffe mal es läuft alles glatt!
Fortsetzung folgt...
Hallo Gemeinde,
damit am Freitag bei Abholung alles glatt läuft, frag ich mal in die Runde: Hat jemand Erfahrung mit dem Transport von Autostabilen? Ich werde nämlich das erste Mal so was ziehen. Bin also blutiger Anfänger! Mein Gespann: Mercedes Vito mit Autotransporter (Gesamtgewicht 2,5to , Nutzlast 1,9to, 403 wiegt etwa 1,1to). Worauf muss ich besonders Acht geben?
Liebe Grüße,
Leoni
Hallo!
Erstmal Glueckwunsch zum Erwerb des Klassikers. Ein 403 stand auch bei mir zur Auswahl, aber es wurde dann doch ein 203, da mir der 403 zu "modern" aussah ;-)
Du solltest genug Riemen dabei haben, um den Wagen an allen 4 Raedern mit Zug festzurren zu koennen. Also mindestens 4 Riemen mit Befestigungen. Dann alle 50-75km einen Parkplatz suchen und die Riemen kontrollieren, ob sie noch richtig stramm sitzen. Beim Verladen darauf achten, dass das Gewicht des Wagens gut verteilt ist und der Haenger somit gerade bleibt - also nicht das ganze Gewicht auf die Stuetzlast kommt.
Aus Erfahrung rate ich bei dem Gewicht zu maximal 80 km/h, auch wenn der Haenger eine 100er Zulassung haben sollte. Denn dieses Gepann faengt sehr schnell an zu schlaengeln, und dies abzufangen kann den Puls ganz schnell nach oben treiben.
Ach ja: Achte darauf, dass der E-Satz vom Haenger auch an den Vtio passt. Es gibt 13polige und 7polige Stecker. Die meisten Haenger haben 7polig, die meisten Autos 13polig. Die Vermietungen haben aber normalerweise einen Adapterstecker... nur, dass Du daran denkst. Dann noch eine grosse Flasche Wasser, ein paar Sandwiches und einen Fotoapparat, mit dem Du die Reise fuer Dich selbst dokumentierst. Eine Dose Energiedrink fuer den Notfall und gute Musik schaden auch nie bei einer solch langen Fahrt ;-)
Tipp: In Frankreich muss eine Warnweste mitgefuehrt werden, die im Innenraum liegen muss, ebenso soltle glaube ich eine Packung Ersatzbirnchen sowie Warndreieck und Verbandkasten mitgefuehrt werden. Nur, damit es nichts zu bemaengeln gibt, falls ein Gendarme den Wagen am Haenger bewundern moechte und einen Vorwand sucht, Dich rauszuwinken.
Gruesse,
Sunny
Hi Sunny,
kein Lust mitzufahren? ;-) Wohnst ja quasi um die Ecke! :-D
Kleiner Scherz. Danke für die Tipps!!! Sind einige dabei, die ich mal wieder vergessen hätte bei der ganzen Aufregung. Kann jetzt schon kaum mehr schlafen... ;-)
Hoffe es geht alles glatt. Werd versuchen Bildchen zu machen und ein wenig zu dokumentieren.
Lieben Gruß aus Trier,
Leoni
Merde! Erschrocken wache ich auf. Hab ich doch tatsächlich die Telefonnummer des Garagenvermieters in meinem Büro liegen lassen. Mit einem Satz aus dem Bett, ziehe ich mich schnell an: Hab ich sonst an alles gedacht? Mietwagen, Hänger und Spanngurte? Adressen und Telefonnummern? Geld? Verpflegung, Werkzeug und Navi? Soweit ich mich erinnern kann, ist sonst alles vorbereitet und da. Schnell geh ich zu meinem âCopilotenâ und sag ihm Bescheid, dass wir ein bisschen früher los müssen. Gott sei Dank ist auch er schon fertig. Was man nicht im Kopf hat, muss man eben im Tank haben... Also los. Erst mal ins Büro und danach zur Autovermietung. Kein Problem. Immer noch sehr pünktlich kommen wir dort an. Leider ist nichts vorbereitet: Oh das hab ich wohl übersehen, Entschuldigung. Na dann machen wir noch schnell den Vertrag..., so die nette Dame am Tresen. Eine gute halbe Stunde später kommen wir endlich los. Schnell zur nächsten Station: Autotransporter abholen. Servicewüste Deutschland! Auch hier heißt es erst mal warten bis uns ein schon völlig gestresste Mitarbeiter endlich in den Blick fasst und genervt: Ja? lallt. Eine gefühlte Ewigkeit später bequemt er sich schließlich nach draußen, um den Hänger anzubringen. Natürlich will er dies nun mit einer völlig unangebrachten Hektik, ganz alleine und dazu noch vom Bordstein aus erledigen. Wäre es eine Frau gewesen, hätte ich mich ganz schön für unser Geschlecht geschämt! Bei diesem speziellen Fall von Typ jedoch, hatte ich irgendwie nichts anderes erwartet! Achtung, das Rad kommt vom Bordstein. Doch mein Begleiter ruft und rennt schon vergebens: Rumps! Und der Hänger macht eine schöne Schramme in den völlig neuen Mercedes. Hab ich eben nur davon geträumt den Typen mal ordentlich wach zu schütteln, muss ich mich nun ernsthaft zusammenreißen. Keine Zeit, wir müssen weiter. Schnell den Schaden aufgenommen und ab nach âLa belle Franceâ. En route! Unser Gespann für die lange Reise:

Ein Mercedes Vito 115CDI, 5-Gang- Automatik, 110kW und ein Autotransporter mit Hydraulik-Ablass sowie Handkurbel mit Seilwinde.
Endlich in Frankreich. Dann an der Péage hinter Nancy: Votre stabi. Ce n'est pas fermer. Ein netter Monsieur macht uns auf das lockere Stützrad aufmerksam. Also schnell raus und Rad festdrehen. Glück gehabt, das hätte auch anders enden können. Gut, dass es noch aufmerksame und hilfsbereite Menschen gibt! Die Weiterfahrt bleibt ruhig. Bis auf den Zeitverlust läuft alles gut. Trotz allem kommen wir beim Verkäufer innerhalb der geplanten Zeitspanne an. Alles läuft perfekt. Der liebenswerte Monsieur ist alles andere als unbegabt und hilft, wo er nur kann. In weniger als einer halben Stunde ist âLa Belleâ auf dem Hänger und regelrecht professionell verzurrt:

Man merkt, dass er es nicht zum ersten Mal macht. Zur Entspannung lädt uns unser freundlicher Gastgeber schließlich zu einem kalten Glas Wasser ein und zeigt uns sein bestes Stücke: Ein in liebevoller Kleinarbeit komplett restaurierter 403 Berline aus dem Jahre 1960. Dazu zeigt er uns stolz sein Fotoalbum, in welchem die einzelnen Schritte seiner Restauration komplett dokumentiert sind. Natürlich besitzt er auch unzählige Zeitschriften über den 403 und Bilder aus der Ära 403 selbst und natürlich auch noch weitere Peugeot-Oldtimer (u.a. 203). Ein richtiger Profi, wie sich also raus stellt... Ich bekomme schon fast Tränen in die Augen und will am liebsten gar nicht mehr weg. Ich könnte noch Stunden mit ihm so weiter quatschen, doch leider, leider liegen noch knapp 500km und über sechs Stunden Fahrt vor uns... Doch bevor es los geht, noch die letzte Überraschung und ich bin endgültig baff. Zu meiner "Schönen" gibt es noch ein echtes Stück Geschichte: Ein Büchlein, in das der einzige Vorbesitzer alle Einzelheiten wie Kaufdatum, Tankfüllung, Verbrauch, Ersatzteile mit Belegen, Kilometerstände etc. eingetragen hat. Handschriftlich verfasst aus dem Jahre 63. Er gibt es mir mit und ich verspreche es weiter zu führen, damit meine âalte Dameâ doch noch unsterblich wird. Zu guter Letzt gibt er uns noch vom eigens produziertem Honig mit und wünscht uns eine gute Fahrt. Am liebsten würde ich ihn Umarmen!
So gut befestigt wie die âKleineâ ist, haben wir auf der Rückfahrt keinerlei Probleme. Trotzdem kontrollieren wir spätestens alle 100km brav die Spannung der Gurte:


Spanngurt an der Hinterachse.

Spanngurt durch den hinteren Bereich des Innenraums.

Befestigung an der Vorderachse mit gesperrter und gesicherte Seilwinde.
Einige Stunden später: In der Nähe von Thionville ruf ich schon mal den Garagenvermieter an, um Bescheid zu geben, dass wir wohl erst gegen halb zwölf da sein werden. Kein Problem, ich geh noch nicht so früh ins Bett, lautet nur die Antwort. Rufen sie an, wenn sie an der Halle sind. Gesagt getan... An der Halle angekommen, geht auch alles ganz schnell. Mit Hilfe des kompetenten und engagierten Hallenbesitzers ist meine âLiebsteâ in Windeseile vom Hänger gezogen und steht innerhalb kürzester Zeit auf Ihrem derzeitigen Ruheplatz:




Dort wartet sie nun geduldig auf ihre Verjüngungskur! :-)
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