rusty
09.11.2008, 21:21
hallo,
dem Stahl ob nun legiert oder nicht, ist es ziemlich egal welches Gewinde er später erhält, ob Regelgewinde, Trapezgewinde, Whitworth-Rohrgewinde, Feingewinde oder weis der Geier was für Spezialgewinde, ob geschnitten oder gerollt.
Die Zugfestigkeit eines Materials wird an einem Probekörper
nach DIN ermittelt und nicht an einer Schraube.
Dieser sogenannte Zugversuch ist genormt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zugversuch
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Zugfestigkeit:
Die Zugfestigkeit ist die Spannung, die im Zugversuch aus der maximal erreichten Zugkraft bezogen auf den ursprünglichen Querschnitt der Probe errechnet wird. Das Formelzeichen der Zugfestigkeit ist Rm. Dimension der Zugfestigkeit ist Kraft pro Fläche. Häufig verwendete Maßeinheiten sind N/mm² oder MPa (Megapascal). Im Spannungs-Dehnungs-Diagramm kann die Zugfestigkeit aus der maximal erreichten Kraft direkt errechnet werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zugfestigkeit
Ich wiederhole: Diese DIN Proben haben kein Gewinde.
Die Zugfestigkeit ist also der Wert, bei dem die Schraube abreisst. Hat man eine 10.9er Schraube so wird sie, wenn man sie über 900 N/mm² anzieht, abreissen. Dazu wird es in den seltensten Fällen kommen, es sei denn man benutzt einen Schraubenschlüssel mit einem langen Hebelarm.
Was jedoch schlimmer ist, wenn die Schraube über die sogenannte Streckgrenze (siehe Spannungs - Dehnungs - Diagramm) hinaus gedehnt wird, dann zereisst sie zwar nicht ist aber defekt, weil das Material (der Stahl) sich nicht mehr zurück zieht aus dem gedehnten Zustand. Sie ist sozusagen überdehnt. Die Schraube ist kaputt, man sieht es nur nicht.
Deshalb sollte man immer wichtige Schrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Es ist ein vom Hersteller berechneter Wert, bei dem die Schraube zwar auch gedehnt wird aber unbeschädigt bleibt.
Die Flankenwinkel Innen - und Aussengewinde liegen aufeinander an und es wirkt eine Flächenpressung, die bei Feingewinden höher ist (bedingt durch die Steigung) und deshalb auch selbsthemmend.
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Jetzt kann es natürlich sein dass Peugeot Vorgaben hat, dass für Feingewinde - Radschrauben nur ein Stahl mit einer bestimmten Zugfestigkeit vorgeschrieben ist und für Regelgewinde - Schrauben ein Stahl mit einer anderen Zugfestigkeit.
Diese ganzen Stahlsorten findest du im sogannten "Stahlschlüssel", über den der Hersteller der Radschrauben seinen Stahl auswählen kann und anschliessend die Radschrauben herstellen tut.
Damit man später noch nachvollziehen kann, welche Zugfestigkeit das Material hat, aus dem die Radschraube hergestellt wurde, wird ein genormtes Zahlenkürzel auf die Schraube aufgebracht.
Es gibt sicherlich auch Sonderschrauben im Maschinenbau, die ein Regelgewinde oder was auch immer haben und eine hohe Zugfestigkeit, je nach Anwendungsfall.
"""Alleine vom Gewinde her auf die Zugfestigkeit einer Schraube zu schliessen ist schlichtweg falsch."""
Oder glaubst du dass die Hüttenwerker bei ThyssenKrupp wissen, welches Gewinde später auf den Stahl kommt.
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-Feingewinde-
Feingewinde haben im Unterschied zu den Regelgewinden bei gleichem Nenndurchmesser eine kleinere Steigung. Dadurch sind sie selbsthemmend und brauchen keine Schraubensicherung. In ihrer Gewindebezeichnung wird neben dem Nenndurchmesser auch die Steigung angegeben (z.B. M 15 x 1,5).
Das kannst du glauben oder auch nicht, es ist aber so.
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ausserdem hatte der 406 (ich fuhr so einen als V6Coupe) -->> 4 Radschrauben pro Rad.
Erst der 407 (ich fahre so einen als V6 Coupe) hat 5 Radschrauben pro Rad.
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Ich bin Qualitätstechniker Fachrichtung Längenprüftechnik, arbeite in einer Qualitätssicherung und habe oft mit Sondergewinden zu tun.
Ich hoffe es ist so verständlicher erklärt.